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Kreis Kleve: Kreis ist auf Ebola-Patienten vorbereitet

Kreis Kleve : Kreis ist auf Ebola-Patienten vorbereitet

Mareike Illing hat mit der Hilfsorganisation ISAR in Liberia Isolierstationen gebaut. Fieberfrei ist sie zurückgekehrt. Eine Ausbreitung der Epidemie im Kreis Kleve ist unwahrscheinlich. Dennoch haben die Kliniken im Kleverland Notfallpläne.

Ihre Hände hat Mareike Illing ständig gewaschen und desinfiziert, dazu Handschuhe getragen. Die Kleverin hatte im liberischen Monrovia zwar keinen unmittelbaren Kontakt zu Ebola-Kranken, Vorsicht war dennoch geboten.

"Hände werden nicht geschüttelt, Schuhe regelmäßig geputzt, zu seinem Nebenmann hält man einen Sicherheitsabstand", sagt Illing. Sie baute gemeinsam mit zwei weiteren Helfern der niederrheinischen Hilfsorganisation ISAR Germany, Einsatzleiter Thomas Laackmann aus Sonsbeck und Heiner Fricke aus Uelzen, in der Hauptstadt des westafrikanischen Staates zwei Isolierstationen, in denen insgesamt 44 Patienten behandelt werden können.

Seit Ende September ist Illing zurück in Kleve - fieberfrei. Ebenso wie ihre Kollegen. "Es ist sehr unwahrscheinlich, dass das Virus in den Kreis eingeschleppt wird. Verdachtsfälle sind allerdings auch hier möglich", verdeutlicht die 27-jährige ISAR-Projektkoordinatorin: "Ich muss immer noch mehrmals am Tag meine Körpertemperatur messen, denn die Inkubationszeit von Ebola kann bis zu 21 Tage dauern." Am Flughafen in Monrovia und bei der Zwischenlandung im marokkanischen Casablanca wurden die ISAR-Helfer mit Infrarot-Scannern kontrolliert. "In Deutschland wurden wir nach der Ankunft sofort von unseren eigenen Ärzten auf den Kopf gestellt", erklärt Illing.

Der Kreis Kleve ist auf mögliche Verdachtsfälle vorbereitet. "Wir beobachten die Entwicklung der Ebola-Epidemie in Westafrika genau", betont Pressesprecherin Ruth Keuken. Gesundheitsamt, Klinik, Hausärzte und die Feuerwehr stimmen sich ab, wie gehandelt wird, sollte es tatsächlich Verdachtsfälle geben. "Dazu haben bereits Gespräche stattgefunden", sagt Keuken. Leitlinie sind dabei die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI). "Gäbe es beispielsweise einen Verdachtsfall am Flughafen Weeze, würde die sofortige Behandlung über den Notarzt erfolgen. Das Gesundheitsamt wäre dafür zuständig, die Weiterverbreitung des Virus zu verhindern", erklärt die Pressesprecherin des Kreises.

Auch das Katholische Karl-Leisner-Klinikum ist für den Ernstfall gerüstet. Laut Pressesprecher Christian Weßels hält sich das Klinikum strikt an die Handlungsempfehlungen des RKI, die laufend aktualisiert werden. Am Anfang steht die Reiseanamnese, also die Frage, ob sich die Person mit Symptomen in einem der afrikanischen Länder wie Liberia, Guinea und Sierra Leone aufgehalten hat oder ob sie Kontakt zu einem Ebola-Kranken hatte. Es folgt eine Blutuntersuchung. "Bei einem Verdachtsfall kann unser Personal dann auf die Sicherheitsausrüstung zugreifen, die aus Schutzanzug, Mundschutz, Schutzbrille, Überschuhen und Handschuhen besteht", sagt Weßels: "Der Patient kann in einem Spezial-Raum mit Schleusenfunktion isoliert werden." Keime können daraus nicht entweichen.

Die Uni-Klinik Düsseldorf ist für einen Fall im Kreis Kleve das zuständige Behandlungszentrum. "Je nach Gesundheitszustand des Patienten kann eine Verlegung des Erkrankten dorthin erfolgen", sagt Keuken. Die Kreis-Pressesprecherin hält die Einschleppung des Ebola-Virus über Reisende aus den betroffenen Ländern für unwahrscheinlich, theoretisch aber für möglich, da die Inkubationszeit bis zu drei Wochen betragen kann. "Eine Ansteckungsgefahr gilt aber nur dann, wenn Krankheitszeichen vorliegen", sagt sie.

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(RP)