Kandidat aus dem Rennen Mehrheit im Kreis Höxter stimmt bei Bürgerentscheid gegen Nationalpark

Kreis Höxter/Kreis Kleve · Bei der Suche nach einem Nationalpark in Nordrhein-Westfalen ist der Kreis Höxter aus dem Rennen. Bei einem Bürgerentscheid stimmte die Mehrheit gegen einen Nationalpark in der Egge. Im Kreis Kleve steht die Entscheidung noch aus.

 Der Reichswald ist idyllisch – aber soll er auch Nationalpark werden?

Der Reichswald ist idyllisch – aber soll er auch Nationalpark werden?

Foto: Markus van Offern (mvo)

Wo entsteht der zweite Nationalpark in Nordrhein-Westfalen? Während eine Initiative im Kreis Kleve Stimmen sammelt, um ein Bürgerbegehren in die Wege zu leiten, ist andernorts die Entscheidung gefallen: Nach Auszählung der gültigen Stimmen steht das Ergebnis des Bürgerentscheids im Kreis Höxter fest. Eine Mehrheit von 66,3 Prozent der Bürger hat mit Nein gestimmt. Darüber informierte der Kreis Höxter am Freitag.

„Der Souverän hat entschieden. Das Mehrheitsvotum ist für uns alle bindend“, erklärte Landrat Michael Stickeln. Damit habe der Bürgerentscheid den bereits bestehenden Kreistagsbeschluss klar bestätigt. Mehrheitlich hatte der Kreistag am 18. Oktober 2023 entschieden, dass der Kreis Höxter keine Bewerbung für die Ausweisung eines Nationalparks auf den landeseigenen Flächen im Kreisgebiet beim Land abgeben wird. Auch im Kreis Kleve hatte der Kreistag gegen eine Bewerbung gestimmt. Er werde den zuständigen Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, Oliver Krischer, über das Ergebnis des Bürgerentscheids informieren, so Landrat Stickeln.

Im Kreis Höxter waren rund 115.000 Stimmberechtigte aufgerufen, sich am Bürgerentscheid zu beteiligen. Dabei ging es um die Frage, ob der Kreis Höxter beim Umweltministerium NRW einen Antrag für die Einrichtung eines Nationalparks auf den landeseigenen Flächen der Eggeregion stellen soll. Als Antwort konnte nur „Ja“ oder „Nein“ angekreuzt werden.

Insgesamt gingen 67.269 Abstimmungsbriefe bei der Kreisverwaltung ein. Davon waren 63.472 Abstimmungsbriefe gültig. Davon stimmten 42.061 Stimmberechtigte mit Nein und 21.411 Stimmberechtigte mit Ja.
„Die hohe Beteiligung von 58,6 Prozent bei uns im Kreis Höxter setzt ein starkes Zeichen für die Demokratie. Dies zeigt, wie wichtig es den Bürgerinnen und Bürgern bei uns im Kreis Höxter war, mit ihrer Stimme Einfluss zu nehmen“, sagte Landrat Michael Stickeln.

Mit großem Engagement sei im öffentlichen Raum und im privaten Umfeld intensiv über die Frage des Bürgerentscheids debattiert worden. „Nun sind wir alle aufgerufen, den demokratischen Mehrheitswillen zu respektieren und das Ergebnis des Bürgerentscheids zu akzeptieren und umzusetzen“, sagte Landrat Stickeln.

Mehr als 1.100 Menschen hatten an den Bürgerinformationsveranstaltungen des Kreises Höxter teilgenommen, deren Ziel es war, umfassend und ausgewogen über die Fragestellung zu informieren. „Auch dieses große Interesse macht deutlich, wie wichtig es den Menschen bei uns im Kreis war, sich eine fundierte Meinung zu bilden.“

Das leidenschaftliche Ringen um das Pro und Contra habe die Wogen in der politischen Debatte teilweise hochschlagen lassen. „Das Ergebnis weist uns den Weg, gemeinsam nach vorne zu blicken und mit dem klaren Mehrheitsvotum die Zukunft des Kreises Höxter weiter zu gestalten“, so Landrat Michael Stickeln.

(lukra)