Kreis Kleve: Kreis-CDU: Ärger um Pofalla-Äußerungen

Kreis Kleve : Kreis-CDU: Ärger um Pofalla-Äußerungen

Die Attacken von Kanzleramtsminister Ronald Pofalla gegen seinen Parteifreund Wolfgang Bosbach schlagen auch im Kreis Kleve Wellen. "Der Stil ist so nicht in Ordnung", sagte gestern der CDU-Kreisvorsitzende Günther Bergmann. Aber: "Der Grund ist wahrscheinlich die Dauerbelastung in den vergangenen Monaten. Mehr will ich dazu nicht sagen."

Ein "gewisses Maß" an Verständnis brachte der CDU-Landtagsabgeordnete Manfred Palmen auf. "Mich überrascht nicht, dass im Dauerstress schon mal die Sicherungen durchbrennen", so Palmen. Das dürfe bei einem Kanzleramtsminister aber nicht in der Öffentlichkeit passieren.

Der Klever Alfons A. Tönnissen hat "sehr oft" Ausfälle des Kanzleramtsministers in dessen Amt als CDU-Kreisvorsitzender erlebt. Der ehemalige Vorsitzende der CDUMittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) Niederrhein erklärte, dass das Verhalten Pofallas in Berlin nur "eine Fortsetzung der Pöbeleien auf höherer politischer Ebene" sind. "Der Grund für diese Ausraster war, dass der Bundestagsabgeordnete unbequeme Leute weg kriegen wollte", sagt Tönnissen. Er fordert den Rücktritt Pofallas als Ehrenvorsitzender des CDU-Kreisverbandes: "Das wäre jetzt angemessen". Er sieht die Kandidatur des Kanzleramtsministers als Direktbewerber im Kreis Kleve gefährdet: "Wenn ein kompetenter Kandidat käme, sähe es es schlecht um Pofalla aus", meinte Tönnissen.

Tönnissens Forderung hält Paul Düllings für übertrieben. "Ronald Pofalla regt sich schnell auf, aber auch schnell wieder ab", sagte der stellvertretende CDU-Kreistagsfraktionsvorsitzende aus Issum. Mit der Entschuldigung Pofallas gegenüber Bosbach hält er die Angelegenheit für erledigt. "Die Verdienste Ronald Pofallas für den Kreis bleiben ja unverändert", stellt Düllings fest. Der ehemalige Fraktionsgeschäftsführer der Emmericher CDU, Helmut Arntzen, glaubt hingegen, dass Pofalla nun selbst Konsequenzen ziehen müsse. "In so einer Art kann man nicht miteinander umgehen." Arntzen hatte Bosbach noch einen Brief geschrieben, um ihn in seiner Haltung zum zu unterstützen.

Pofalla selbst hat inzwischen den Kontakt mit Bosbach gesucht: "Wolfgang Bosbach und ich haben uns einen Tag nach dem Vorfall am Montagabend der vergangenen Woche ausgesprochen", sagte er gestern nochmals. Seine Entschuldigung geht auch in Richtung seiner Wähler und der Politik am Niederrhein: "Ich ärgere mich selbst sehr über das, was vorgefallen ist, und es tut mir außerordentlich leid."

(RP)
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