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Kranenburger Rat diskutiert über "eRadBahn" und beschließt Beitragsbereifung für den offenen Ganztag.

Kranenburg : Rat tagt mit dem nötigen Abstand

Erneut Thema auf der Kranenburger Ratssitzung im Bürgerhaus war die „eRadBahn“. Die CDU will wissen, ob die heutige Nutzung der Strecke noch mit den einst gesetzten Zielen noch übereinstimmt.

Die Kranenburger CDU sorgte auf der jüngsten Ratssitzung dafür, dass das Thema „eRadBahn“ weiter in der öffentlichen Diskussion bleibt. Die Christdemokraten hatten einen Prüfantrag an die Verwaltung gestellt, in dem sie unter anderem wissen wollten, ob die bei der Eröffnung festgelegten Ziele der Bahn noch eingehalten werden.

CDU-Fraktionschef Joachim Janßen wollte unter anderem geklärt haben, wer den Asphalt zwischen Kleve und Nimwegen überhaupt nutzen darf. Dabei sollte beachtet werden, dass sich die Strecke mittlerweile auch bei Joggern, Skateboardfahrern, Hundehaltern oder Fußgängern großer Beliebtheit erfreut. Dürfen S-Pedelecs und E-Bikes, die auch ohne eigenen körperlichen Beitrag mehr als 25 Stundenkilometer erreichen hier fahren, wie sieht es mit Versicherungsschutz und Helmpflicht aus, so weitere Fragen. SPD-Ratsherr Manfred Maas konnte dem CDU-Antrag wenig abgewinnen: „Ich verstehe die CDU hier nicht. Durch die Straßenverkehrsordnung ist hier alles geregelt. Wir sollten die Sache toleranter sehen.“ Das Thema sei extrem komplex, da hier auch Kinderräder, Rollstuhlfahrer oder niederländische Rennradfahrer, die für Maas übrigens das größte Problem darstellen, unterwegs seien. Für die Grünen empfahl Andreas Mayer einen Sandweg entlang der Strecke anzulegen, um dadurch die Fußgänger von der Bahn zu holen.

Ebenso Thema war die Vorfahrtsregelung. Bürgermeister Günter Steins sprach sich dafür aus, die Stoppschilder an der Strecke mitVorfahrt gewähren Schilder zu tauschen. Friedhelm Kahm (SPD) erklärte, dass es aus seiner Sicht einem Radfahrer zuzumuten sei, wenn er von Kleve bis Kranenburg zweimal anhalten müsse. Zunächst soll jedoch eine Verkehrszählung an den zwei Punkten erfolgen. Damit man belastbare Daten hat. Falls der Rat beim Thema freie Fahrt auf einen Nenner kommt, steht ohnehin die größte Hürde noch bevor. Entscheiden muss das Straßenverkehrsamt, ob und was geändert werden darf. Nicht uninteressant: Hinter der Landesgrenze ist es vorbei mit der ungestörten Fahrt. Ab hier gibt es wesentlich mehr Stellen, an denen Fahrradfahrer für einen fließenden Autoverkehr stoppen müssen.

Beschlossen wurde nach den Monaten April und Mai auch im Juni 2020 auf den Elternbeitrag für die Angebote der offenen Ganztagsschule der Kranenburger Grundschulen zu verzichten. Da es, anders als in den Vormonaten, keine Kostenaufteilung mit dem Land Nordrhein-Westfalen geben wird, muss die Gemeinde die dadurch zusätzlich entstehenden Fehlbeträge  von rund 20.000 Euro alleine tragen. Am  8. Juni öffnen die Kindertageseinrichtungen wieder mit einen eingeschränkten Regelbetrieb. Die Gruppen werden hierbei jeweils um zehn Stunden reduziert.