1. NRW
  2. Städte
  3. Kleve

Kranenburger Grüne stellen ihr Programm für Kommunalwahl vor

Kommunalwahl : „Jeder Sitz mehr ist ein Erfolg“

Kranenburger Grüne fordern Klimaschutzbeauftragten und einen besseren ÖPNV. „Wir haben das schlechteste Nahverkehrssystem Deutschlands“, heißt es.

(Jan) Ein Ziel des Kranenburger Ortsverbandes von Bündnis 90 / Die Grünen ist es, bei der Kommunalwahl die Vormachtstellung der CDU weiter zu verkleinern. Derzeit sind die Bündnisgrünen mit drei Mitgliedern im Rat vertreten. „Jeder Sitz mehr ist ein Erfolg“, sagt Michael Baumann-Matthäus, der als Bürgermeisterkandidat antritt.

Die Themen, mit denen die Partei das Ziel erreichen will, gehen über den Klassiker Klimaschutz hinaus. Dennoch betont Petra Harpain, die die Reserveliste der Grünen bei der Kommunalwahl anführt, zunächst: „Es ist dringender denn je, dass schnell etwas für die Umwelt getan wird.“ So soll in der Verwaltung die Stelle eines Klimaschutzbeauftragten geschaffen werden. „Hier darf aber keiner sitzen, der sich ein paar Stunden in der Woche darum kümmert“, sagt Baumann-Matthäus. Aus seiner Sicht wird in diesem Bereich das Potenzial nicht ausgeschöpft. „Wir müssen hier aktiver werden und nicht allein darauf warten, dass an irgendeiner Stelle das Land Fördermittel zur Verfügung stellt“, sagt der Kandidat.

Ein weiteres Thema, für das sich die Grünen einsetzen wollen, ist der Öffentliche Personennahverkehr. Ratsmitglied Martin Rockenbauch lässt hier keine zwei Meinungen zu: „Wir haben das schlechteste Nahverkehrsystem in Deutschland.“ Sechs Euro für eine Fahrt von Kranenburg nach Nimwegen seien zu teuer und die Taktung nicht ausreichend, so Rockenbach. Und dann wagt er sich noch an ein Thema heran, das immer wieder irgendwo aus dem Archiv geholt wird: „Wir werden uns dafür einsetzen, dass die Bahnlinie reaktiviert wird.“

Beim Punkt Transparenz wollen die Grünen den Bürger mehr und früher in Entscheidungen einbinden. „Da reicht ein Link irgendwo auf einer Homepage nicht“, sagt Baumann-Matthäus. Immer, wenn es neue Entwicklungskonzepte oder Planungsänderungen gibt, soll die Öffentlichkeit weiter im Vorfeld informiert werden. Dann komme es auch nicht zu solchen Fällen wie am Hasenpütt, wo Anwohner erst spät erfuhren, was vorgesehen sei, so der Bürgermeisterkandidat.

Beim Thema Baugebiete ist für Martin Rockenbauch noch ein anderer Aspekt von Bedeutung. „Wir schneiden hier jede Fläche so zu, dass ein Einfamilienhaus und zwischendurch mal eine Doppelhaushälfte darauf passt. 500 Quadratmeter und das war es. Wir müssen mit unseren Flächen sorgsam umgehen und deshalb auch andere Wohnformen zulassen. Dazu gehören auch Mehrfamilienhäuser.“

Die Reserveplatzliste der Grünen bei der Kommunalwahl: 1. Petra Harpein, 2. Michael Baumann-Matthäus, 3. Ottilie Arns-Thönnissen, 4. Martin Rockenbauch, 5. Stefan Müller, 6. Fabian Meyer, 7. Jan-Wilm Naß, 8. Andreas Mayer, 9. Achim Thyssen, 10. Petra van Aken, 11. Ursula van Driel, 12. Jonathan Rockenbauch, Roland van Driel, 14. Dagmar Matthäus.