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Kranenburger Feuerwehrhaus muss laut Gutachten umfangreich saniert werden.

Kranenburg : Feuerwehrhaus im Brennpunkt

Das Kranenburger Feuerwehrhaus muss saniert werden. In einem Gutachten sind reihenweise Mängel aufgeführt, die dringend behoben werden müssen. Bis zum 15. Juli muss klar sein, wie die Gefahren beseitigt werden.

Es muss ein Schock für Verwaltung, Politik und vor allem für die Feuerwehr gewesen sein. Das in die Jahre gekommene Feuerwehrhaus an der Tiggelstraße wurde von einem Experten begutachtet. Ein Haus, 40 Jahre alt und von enormer Bedeutung für die Gemeinde. Das Ergebnis des Fachmanns ist mit dringendem Handlungsbedarf wohlwollend umschrieben. Sechs Punkte sind in der Expertise aufgeführt, die alle umgesetzt werden müssen. Bis 15. Juli muss klar sein, wie die Mängel  behoben werden.

Diplom-Ingenieur Stephan Burkhardt hatte das Depot begutachtet. Burkhardt arbeitet für die Unfallkasse Nordrhein-Westfalen (UK NRW), vergleichbar mit der Berufsgenossenschaft fürs Handwerk. Der Experte überwacht, ob die Unfallverhütungsvorschriften eingehalten sind. Das ist in der Kranenburger Halle nicht der Fall. „Ungeeignete Sanitärräume“ ist hier nur ein Punkt. Es gibt keine getrennten Wasch- und Duschgelegenheiten für Männer und Frauen. Auch ist die Halle zu klein. An mehreren Stellen hinter den Fahrzeugen oder auch zwischen Gebäudeteilen gibt es nicht ausreichend Platz. Einklemmen, Stolpern oder Quetschungen von Körperteilen können die Folge sein. Eine besondere Gesundheitsgefahr geht von Abgasen der Dieselmotoren aus, die Krebs verursachen können, so Burkhard. „Eine Absauganlage als Quellabsaugung ist zu installieren“, heißt es in dem Gutachten.

Stephan Burkhard (51) kennt sich aus in Feuerwehrhäusern aus den 70er Jahren. Der Fachmann arbeitet seit 25 Jahren für die Unfall-Kasse. „Die Anforderungen an die Häuser haben sich geändert. Selbst, wenn diese sich optisch noch in einem guten Zustand befinden“, sagt er. Mit den Jahrzehnten seien die Fahrzeuge größer geworden, das Material umfangreicher, die Gefahrstoffe andere. In der Gemeinde wird seit Monaten über das Haus der Brandbekämpfer diskutiert. Spätestens seitdem das Gutachten im April auf dem Tisch liegt. Für die SPD ist klar, was gemacht werden muss: Ein Neubau soll her. Bürgermeister Günter Steins hat sich hingegen noch nicht entschieden: „Wir haben selbst die Unfallkasse hierher gebeten, um zu erfahren, welche Arbeitssicherheitsstandards wir in einem modernen Feuerwehrdepot einhalten müssen. wie es um das Haus bestellt ist.“ Das weiß die Verwaltung jetzt. Grundsätzlich stehe er einem Neubau nicht negativ gegenüber, so Steins und erklärt weiter: „Wir möchten hier mehr als nur einen vertretbaren Zustand. Uns geht es darum, einen Neubaustandard zu schaffen. Aus diesem Grund wird zunächst ein Bausachverständiger das Depot begutachten. Die Fragestellung, die er beantworten muss: Können die geforderten Auflagen und Verbesserungen durch einen Umbau erfüllt werden? „Wenn der Fachmann sagt, dass dies nicht möglich ist, dann können wir nur neu bauen“, sagt Steins. Mit der Begutachtung und dem Ergebnis ist es nicht getan. Es geht abschließend noch ums Geld. „Wäre mit der Sanierung und Erweiterung des bestehenden Depots und ist mit Arbeiten am Depot ein Neubaustandard zu erreichen, der aber eine Million weniger kostet, dann sollte die Politik entscheiden, was sie möchte“, betont der Verwaltungsleiter.

Entscheiden kann auch Stephan Burkhardt nicht, wie Kranenburg die Mängel behebt: „Wir geben die Ziele vor, und die sind einzuhalten. Ob das mit einem Neu- oder Umbau im Bestand passiert, ist für uns unbedeutend. Es zählt alleine das Ergebnis.“ Er stehe derzeit in regem Kontakt mit der Gemeinde. So gibt es Punkte, die unverzüglich behoben werden müssen, andere wie etwa getrennte Sanitärbereiche könnten provisorisch durch Aufstellung von Containern gelöst werden.

Um Kosten zu sparen, würde immer darüber diskutiert, kleinere Wehren zusammen zu legen. Das sei auch in Kranenburg angesprochen worden. Für ihn ist es der falsche Weg: „Vor allem bei einer Flächenkommune sind die ersten Kräfte am Brennpunkt die wichtigsten. Sie sind es oft, die Menschen retten.“