Am Freitag geht es los So besonders wird die Jubiläumsausgabe des Musikfestivals in Zyfflich

Kranenburg · Freitag und Samstag wird in dem Kranenburger Dorf zum 20. Mal gefeiert. Pro Abend werden 1000 Besucher erwartet. Es werden Hits von John Lennon, Little Richard oder Jimi Hendrix gespielt. Das Bonbon: Auch die Kirche ist eine Bühne.

 Die Idylle am Rand der Republik wird wieder für zwei Tage unterbrochen: Das Festival in Zyfflich zieht viele Musikbegeisterte aufs Land.

Die Idylle am Rand der Republik wird wieder für zwei Tage unterbrochen: Das Festival in Zyfflich zieht viele Musikbegeisterte aufs Land.

Foto: Markus van Offern (mvo)

Jeannette van Olst, Vorsitzende des Vereins „Blues in Zyfflich“, könnte derzeit stolzer kaum sein. „Wir werden die Einwohnerzahl des Dorfes vervierfachen, und das schon zum 20. Mal“, sagt die Musikliebhaberin. Denn: Freitag und Samstag steigt das Woodstock- und Bluesfestival, pro Abend werden in Zyfflich bis zu 1000 Besucher erwartet. „Das Interesse ist gewaltig. Mehr Musikfans können wir aber leider nicht zulassen. Sonst würde sich der Charakter, die Stimmung unserer Veranstaltung ändern – und das wollen wir nicht“, sagt die Organisatorin. Jeweils um 19 Uhr geht es los, bis tief in die Nacht wird gefeiert.

 Die Zyfflicher Pfarrkirche Sankt Martin ist mehr als 1000 Jahre alt. Nun wird sie zumindest vorübergehend auch eine Musikbühne umfassen.

Die Zyfflicher Pfarrkirche Sankt Martin ist mehr als 1000 Jahre alt. Nun wird sie zumindest vorübergehend auch eine Musikbühne umfassen.

Foto: van Offern, Markus (mvo)

Das Festivalwochenende beginnt am Freitag mit „Woodstock in Zyfflich“ im Festzelt. Die „Woodstock Tribute Band“ wird spielen, van Olst sagt: „Das ist mittlerweile fast unsere Hausband.“ Zudem sind etwa die niederländische Cover-Band „Fuente del Ritmo“, die US-amerikanische Gruppe „The Deltaz“ sowie „Final Virus“ aus Deutschland zu Gast. Auf vier Bühnen werden die Hits von John Lennon, Santana und Jimi Hendrix gespielt. „Hippies von heute und von früher werden sich wohlfühlen“, sagt die Organisatorin. Zumal reichlich Prominenz gewonnen werden konnte. Mittlerweile kämen Anfragen von gestandenen Formationen, die einen Platz auf der Bühne haben wollen, so van Olst im Gespräch. Es werden gar Platten und Merchandising-Artikel verkauft. Die Zeiten, in denen es mittelmäßige Garagenbands ins Programm schafften, sind längst Geschichte – Profis sind am Werk.

Am Samstag schallen dann swingende und mitreißende Klänge übers Festivalgelände. Die Verantwortlichen für das internationale Lineup, Michel de Vries und sein Team, haben für die Jubiläumsedition das Motto „The Best oft the Best“ gewählt. Die Kranenburger haben Musikgrößen aus England, Schweden und den Niederlanden verpflichtet. „Mit Sean Webster, Ruben Clay, Blind Lemon, What the Frnk, The Meryn Bevelander Band, Back to Hank und Chicago Capitals haben wir erneut für jeden Bluesgeschmack etwas dabei“, sagt de Vries. „Sie bieten eine Portion roh servierten, authentischen Blues: direkt aus dem Inneren des Herzens.“

Doch es sei nicht nur die Musik, die das Festival auszeichne. Auch die Atmosphäre in Zyfflich sei stets eine ganz besondere gewesen. „Wir legen den Fokus auf Bands, die auf das Publikum eingehen”, sagt van Olst. Und: „Wir wollen keine Musiker auf der Bühne, die ihre Show abziehen und dann wieder entfleuchen. Nein, es muss ein Zusammenspiel mit den Besuchern stattfinden. Denn schließlich ist genau das der Grund, warum man auf der Bühne steht.“ Übrigens: Es gibt auch in diesem Jahr wieder eine Wiese für Camper. Dort sitzen Besucher abends zusammen und lassen den Tag gemeinsam bei ein paar Bier Revue passieren. „Unser Ziel ist es, den Menschen einen wunderschönen Abend zu bieten, zumal Musik Menschen verbindet“, sagt van Olst.

Gefeiert wird in diesem Jahr auch nicht nur in der Scheune und im Festzelt. „Als Bonbon ist die mehr als 1000 Jahre alte Kirche für jeden frei zugänglich“, sagt van Olst. Eintritt braucht dort nicht gezahlt werden. „Die Kirche zu nutzen ist mein Traum, seitdem ich Vorsitzende bin“, sagt sie. „Und nun hatten wir im vergangenen Jahr eine vereinsübergreifende Versammlung, zu der der Ortsvorsteher geladen hatte. Da habe ich einfach mal gefragt – und tatsächlich eine Zusage bekommen.“

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