1. NRW
  2. Städte
  3. Kleve

Kranenburg: THW half drei Tage lang bei Räumung der illegalen Zigarettenfabrik

Einsatz in Kranenburg : THW half drei Tage lang bei Räumung der Zigarettenfabrik

Weil der Zoll keine Möglichkeit sah, die große, professionelle, aber illegale Anlage selbst abzubauen, forderte er das THW an. Als die Spezialisten die Ausmaße der Produktionsstätte erblickten und ahnten, was an Arbeit auf sie zukommt, waren sie erstmal baff.

(cat) Diesen Einsatz werden die Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks (THW) nicht so schnell vergessen. Am Dienstag, 18. August, hat der Zoll in Kranenburg eine professionelle, aber illegale, Zigarettenproduktion auffliegen lassen (RP berichtete). Weil der Zoll keine Möglichkeit sah, die umfangreiche Anlage selbst abzubauen, forderte er das THW an.

Als die Spezialisten die Ausmaße der illegalen Produktionsstätte erblickten und ahnten, was an Arbeit auf sie zukommen würde, waren sie erstmal baff. „Wer hat auch schon mal eine ganze Fabrik demontiert?“, fragt das THW rückblickend und lässt den Einsatz noch einmal Revue passieren: Die Anlage bestand aus mehreren Maschinenstraßen, Versorgungsaggregaten und verfügte sogar über einen Gabelstapler zum Transport der Rohwaren und verpackten Zigaretten.  Bis 22  Uhr dauerten die Arbeiten am ersten Abend an, dann waren die Maschinen weitgehend auseinandergenommen und in transportable Größen zerlegt. Das THW Geldern steuerte Verpflegung bei, auch aus Wesel kamen Kameraden zum Einsatz hinzu. Bis zu 32 Einsatzkräfte waren am ersten Tag nach dem Zugriff der Fahnder aktiv.

  • THW-Baufachberater Frank Blockhaus (re.) bei einer
    Baufachberater Frank Blockhaus im Libanon : THW Hückelhoven hilft in den Trümmern von Beirut
  • Bei dem Großeinsatz auf dem Rastplatz
    Großkontrolle am Rastplatz Neufelder Heide : Über 100 Einsatzkräfte, 473 Kontrollen und 50 Kilo Heroin
  • Zoll schlägt in Kleve zu : Zehn Millionen illegale Zigaretten pro Woche hergestellt

An den nächsten Tagen lautete die Aufgabe: Verladen und Abtransportieren. Zum Einsatz kam  ein Teleskoplader vom THW-Ahaus. Diese Maschine mit einer Hubkraft von vier Tonnen hatte die Kraft, die schweren Maschinen präzise auf die Tieflader und Anhänger der blau lackierten Einsatzfahrzeuge zu setzen. Am Ende stand eine Kolonne von fünf Lkw mit Anhängern, einem Führungsfahrzeug und einem Zollfahrzeug zur Abfahrt bereit. Ziel war eine Lagerhalle der Zollverwaltung.  Die sieben Fahrzeuge bewegten sich, Blaulicht vorne und hinten, als geschlossener Verband. Aufmerksame Blicke verfolgten das nicht alltägliche Bild. Sein Ende fand der ungewöhnliche Einsatz am späteren Abend des 21. August.