Kranenburg-Nütterden: Mit "Elterntaxi"-Zone gegen das Chaos

Grundschule in Kranenburg-Nütterden: Mit „Elterntaxi“-Zone gegen das Chaos

Halteverbot vor der St.-Georg-Grundschule in Nütterden: Dadurch sind die Verkehrsprobleme dort gelöst. Mütter und Väter können Kinder 250 Meter entfernt in einem Haltebereich absetzen. Eltern nehmen die neue Hol- und Bring-Zone gut an.

Die Verkehrssituation vor der St.-Georg-Grundschule im Ortsteil Nütterden ist entschärft. Morgens gibt es dort kein Verkehrschaos und dadurch auch keine erheblichen Gefahren für die Kinder mehr. Die Verbesserung ist auf eine neue Halte-Zone für Eltern zurückzuführen, die ihre Kinder morgens bringen und nachmittags wieder von der Schule abholen. Der Haltebereich liegt etwa 250 Meter von der Schule entfernt an der Straße „Sieben Quellen“. Von dort aus gelangen die Kinder über den Bürgersteig zur Schule. Der Haltebereich ist deutlich mit einem Schild gekennzeichnet.

Die Zone wird von den Eltern gut angenommen. das bestätigt Polizeihauptkommissar Klaus Dercks, der sich davon in den vergangenen Wochen selbst überzeugt hat. Die Verbesserung bestätigt auch Lehrerin Christina Girmscheid-Booth: „Die Situation hat sich deutlich entspannt.“ Sie kann sich noch gut an andere zeiten erinnen: „Bis vor einigen Wochen sind viele Eltern mit ihren Autos direkt vor die Schule gefahren. Deshalb kam der Bus häufig nicht mehr durch. Außerdem war das für die Kinder gefährlich – vor allem im Winter, wenn es morgens noch dunkel ist und sie zwischen die Autos gelaufen sind.“ Den Weg von der Grundschule zur neuen Hol- und Bring-Zone haben die Lehrer mit den Schülern der acht Klassen „geübt“, indem sie ihn gemeinsam abgegangen und das Überqueren der Straße geprobt haben.

Das Halten vor der Schule ist inzwischen verboten. Das zeigen entsprechende halteverbotsschilder deutlich an. Die Änderungen an der Schule zugunsten besserer Sicherheit hatte die Verkehrswacht Kleve in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Kranenburg, dem Straßenverkehrsamt und der Polizei durchgesetzt. „Die Zusammenarbeit hat sehr gut funktioniert“, berichtet Norbert van de Sand. Der ehemalige Schulleiter ist jetzt Schulkoordinator bei der Verkehrswacht. Er weiß, dass viele Eltern ihre Kinder am liebsten direkt ins Klassenzimmer fahren würden. „Es kann nicht schaden, die Kinder morgens 250 meter zu Fuß zur Schule laufen zu lassen“, sagt van de Sand. Das fördere die Selbstständigkeit der in der Regel Sechs- bis Zehnjährigen. Oftmals würden sie von ihren Eltern überbehütet. Landesweit kommt es wegen „Elterntaxis“, die die Straßen vor den Schulen verstopfen, zu Verkehrsproblemen.

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Der allmorgendliche Stau vor der Schule – meist kurz vor Unterrichtsbeginn gegen 8 Uhr – ist dank der neuen Hol- und Bring-Zone Geschichte. Interessant: Auch bei den Eltern kommt der lediglich markierte Haltebereich an der Straße „Sieben Quellen“ gut an, zumindest berichtet Lehrerin Girmscheid-Booth von mehreren positiven Eltern-Reaktionen. Die Mütter und Väter können am Fahrbahnrand halten und ihre Kinder so absetzen, dass sie direkt auf dem Bürgersteig weitergehen können. Im besten Fall müssen sie auf den übrigen metern zur Schule die Straße nur noch ein einziges Mal überqueren. Vor der Schule gibt es Fahrbahnmarkierungen, die Kindern die Querung erleichtern und Autofahrer warnen sollen.

Wie viele Kinder morgens zur St.-Georg-Grundschule gebracht werden, kann Lehrerin Christina Girmscheid-Booth nicht genau sagen. Nur so viel: „Es sind mehr als 50.“ Viele der 200 Kinder, die die Schule besuchen, kommen aus umliegenden Orten und sind auf den Bus oder eben auf „Elterntaxis“ angewiesen, weil sie die Strecke nicht zu Fuß zurücklegen können.

Mit der neu gekennzeichneten Hol- und Bring-Zone in Nütterden gibt es im gebiet der Gemeinde Kranenburg bereits zwei in der Nähe von Schulen: Erst im Frühjahr war an der Christophorusschule eine solche Zone eingerichtet worden. „Auch die wird sehr gut angenommen und hat zu einer Verbesserung geführt“, sagt Norbert van de Sand.

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