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Kranenburg: Kranenburg: Mehr Abschiebungen

Kranenburg : Kranenburg: Mehr Abschiebungen

Aktuell leben 204 Flüchtlinge in der Gemeinde. Aufnahmesoll ist fast erfüllt.

Mit der aktuellen Flüchtlingssituation in der Gemeinde befasst sich der Kranenburger Rat in seiner Sitzung am Donnerstag, 17. Mai. In der entsprechenden Vorlage veröffentlicht die Gemeinde bereits aktuelle Zahlen und gibt einen Überblick.

Demnach haben Abschiebungen und Abschiebungsversuche zugenommen. Viele der Betroffenen sind abgelehnte Asylbewerber aus Marokko. Insgesamt leben in Kranenburg 204 Flüchtlinge aus 25 Nationen; vor allem aus Syrien, dem Irak und Afghanistan. Mehr als die Hälfte (124 Personen) hat ein Bleiberecht. Bei den übrigen läuft das Verfahren noch oder sie wurden bereits abgelehnt. 25 von ihnen werden geduldet.

Die Flüchtlinge in Kranenburg leben derzeit in Gemeinschaftsunterkünften oder von der Stadt angemieteten Häusern und Wohnungen. In einigen Fällen mieten anerkannte Flüchtlinge ihre Wohnungen auch selbst.

Aktuell erfüllt die Gemeinde mit diesen Flüchtlingszahlen ihr Aufnahmesoll zu 95 Prozent. Lediglich drei weitere Flüchtlinge müssten aufgenommen werden, um die Quote zu erfüllen, die das Flüchtlingsaufnahmegesetz vorschreibt, heißt es in dem Papier.

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Die Gemeinde betont jedoch, dass sich die vorgegebenen Zahlen "täglich" änderten. Die Quote hängt mit der Anzahl an Asylbewerbern zusammen, die in NRW ankommen - sollte diese sich also erhöhen, müsste auch Kranenburg wieder mehr Flüchtlinge aufnehmen.

Deutlich schlechter sieht es bei der Erfüllung einer anderen Quote aus: Der sogenannten "Wohnsitzauflage-Erfüllungsquote" kommt Kranenburg derzeit nur zu 61 Prozent nach. Die Auflage der Landesregierung sieht vor, dass anerkannte Flüchtlinge in einer vorgegebenen Kommune leben müssen - und sich dementsprechend nicht frei für einen Wohnsitz entscheiden dürfen. Für die konkrete Zuweisung ist die Bezirksregierung Arnsberg zuständig. In Kranenburg müssten nach den aktuellen Zahlen noch weitere 67 anerkannte Flüchtlinge leben. Die Gemeinde erkennt "die Notwendigkeit zur Vorhaltung von angemessenem Wohnraum" an.

Das Papier hebt außerdem Integrationsbemühungen der Gemeinde hervor, nennt aber keine konkreten Zahlen. "Große Unterstützung" gäbe es "durch zahlreiche ehrenamtliche Helfer", obwohl sich der Runde Tisch mittlerweile aufgelöst habe. Der Integrationswille der Flüchtlinge wird sowohl gelobt als auch kritisiert: Viele bemühten sich "nach Kräften". Andere fielen jedoch immer wieder negativ auf und verursachten in ihren Unterkünften Probleme.

Der Rat beschäftigt sich bei seiner Sitzung am Donnerstag außerdem unter anderem mit der Förderung von Jugendarbeit und dem Generalentwässerungsplan.

(RP)