Kranenburg: Mann mit Messer verletzt - Streit unter Leiharbeitern

Einsatz in Kranenburg : Streit unter Leiharbeitern - Mann mit Messer lebensgefährlich verletzt

Am Samstagabend ist es in einer Unterkunft für Leiharbeiter im Kreis Kleve zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Männern gekommen. Einer wurde dabei lebensgefährlich mit einem Messer verletzt. Der andere wurde festgenommen.

Tödliche Auseinandersetzung in Kranenburg: Ein 40-jähriger Leiharbeiter soll laut Polizei am Samstagabend im Verlaufe eines Streits auf seinen 39-jährigen Mitbewohner in der Unterkunft in Kranenburg an der Großen Straße eingestochen haben. Der Mann wurde dabei so schwer verletzt, dass er in einer Spezialklinik in den Niederlanden behandelt wird. Lebensgefahr sei nicht auszuschließen, ließ die Polizei am Sonntag wissen.

Der Tatverdächtige konnte noch vor Ort festgenommen werden. Die Mordkommission aus Krefeld hatte die Ermittlungen übernommen. Am Sonntag wurde der Mann auf Antrag der Staatsanwaltschaft Kleve wegen versuchten Totschlags dem Haftrichter vorgeführt. Dieser erließ Haftbefehl.

Erst im vergangenen Jahr hatte es unter Leiharbeitern in Kranenburg einen Todesfall gegeben. Damals, im Mai 2018, gerieten mehrere Bewohner einer Unterkunft in Nütterden in heftigen Streit; zuvor war wohl reichlich Alkohol getrunken worden. Ein Mann fiel nach Messerstechen verwundet aus dem Fenster und starb. Die schlimme Bilanz der gewaltsamen Auseinandersetzung: ein Toter und zwei Verletzte.

Immer wieder geraten Leiharbeiter wegen übermäßigen Alkoholgenusses und daraus resultierender Streitereien oder wegen schwerer Verkehrsunfälle in die Schlagzeilen. Ebenso sind jedoch die Sorgen vieler Menschen im Kreis Kleve groß, weil die Lebensumstände der Leute, die meist aus Osteuropa an den Niederrhein kommen, um hier zu arbeiten, oft haarsträubend sind. Nicht wenige von ihnen sind in verwahrlosten Behausungen untergebracht, für sie sie noch eine Menge Geld zahlen müssen. In den betroffenen Grenzorten beschweren sich Nachbarn über Lärm und Dreck, Kommunen suchen nach Wegen, den Ankauf von leer stehenden Häusern durch meist niederländische Zeitarbeitsfirmen zu unterbinden. Bislang ohne erkennbaren Erfolg.

Mehr von RP ONLINE