Kranenburg erweitert Einkaufszentrum

Kranenburg : Wachstum an der Umgehungsstraße

In der Planungs- und Umweltausschusssitzung der Gemeinde Kranenburg war die Erweiterung der Einkaufsarena am „Großen Haag“ ein Thema.

Die Gemeinde Kranenburg wird weiter gedeihen. Und zwar an einem Punkt, der sich in den vergangenen Jahren zu einem Paradies für die Verbraucher aus dem Nachbarland entwickelt hat. Eine derartige Konzentration namhafter Filialisten mit weitläufigen Verkaufsflächen gäbe es ohne Niederländer nicht. Preise und Gemeinde sorgen dafür, dass die Anziehungskraft der Einkaufsarena für die Kunden jenseits der Grenze auf hohem Niveau weiter verbessert wird. Denn das Zentrum am „Großen Haag“ wird in absehbarer Zeit vergrößert. Die Empfehlung sprach der Ausschuss nahezu einstimmig aus.

Bürgermeister Günter Steins hätte das Projekt gern früher umgesetzt. „Wir sind jetzt drei Jahre mit dem Vorhaben beschäftigt“, erklärt er. Bis Anfang 2020 soll dort Baurecht geschaffen werden, Frühjahr bis Sommer würde mit den Arbeiten begonnen. Drei Häuser an der Großen Straße, die stets als „Tor zur Arena“ bezeichnet werden, sollen in etwa dem selben Zeitraum abgerissen und neu errichtet werden. Das Erdgeschoss wird als Handel- oder Dienstleistungsfläche angeboten. In den Etagen darüber entstehen Wohnungen. Vorverträge hat die Gemeinde bereits gemacht. Durch die Entwicklung der Einkaufsarena sollen die vorhandenen Märkte auf enorme Flächen wachsen. Auf dem neuen Gelände ist angedacht, Rewe und eine Filiale der Drogeriemarktkette Müller anzusiedeln. Der Discounter Penny wird die Straßenseite wechseln. Allein das Beispiel Rewe zeigt, welche Auswirkungen die Erweiterung hat. So ist vorgesehen, die derzeitige Verkaufsfläche von 890 Quadratmetern auf 2205 zu steigern. Der dort angesiedelte Getränkemarkt soll mehr als doppelt so groß werden.

Hinzu ist avisiert, einige Sonderpostenmärkte anzulocken. Was auch immer dazu gehören mag, Spielwaren, Unterhaltungselektronik oder Schreibwaren werden in einer Auswirkungsanalyse genannt.

Doch reichte das Programm des Ausschusses über die neue Oase des Fachmarktstandorts hinaus. Der Entwicklung des Baugebiets „Auf dem Poll“ in Nütterden blickt Steins gelassen entgegen. So ist der Einwand eines Anwohners gegen die Schaffung von Baurecht eingegangen. Steins erklärt dazu: „Sein gutes Recht.“

Ein Antrag des Besitzers von Burg Zelem wurde von der Bezirksregierung abgelehnt. Er will die Scheune seines historischen Guts umbauen und touristisch nutzen. Die Behörde bewertet die Belange von Flora und Fauna höher. Steins kann die Entscheidung nicht nachvollziehen. Wenn hier das Gewicht des Naturschutzes bedeutender ist, solle man ein paar Meter weitergehen und sich anschauen, wie die dortige Alte Molkerei aussieht, so der Bürgermeister, der erklärt: „Da verstehe ich dann manchmal die Genehmigungsbehörden nicht.“

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