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Kranenburg: Den Klang des Friedens ausgesandt

Kranenburg : Den Klang des Friedens ausgesandt

Pfarrer Heinrich Brey war von 1954 bis 1974 Pastor in Kranenburg. Er förderte den Aufbau der kriegszerstörten Stifts- und Wallfahrtskirche und setzte sich für die Kreuzwallfahrt ein. Anschließend war er Seelsorger in Keeken.

"Er war ein Seelsorger voll Eifer und Weitblick, ein herzensguter Mensch", sagt Dirk Willemsen aus Kranenburg, der Pfarrer Heinrich Brey acht Jahre, von 1964 bis 1972, als Messdiener erlebt hat. Der Geistliche war von 1954 bis 1974 Pastor von St. Peter und Paul in Kranenburg. Er wurde am 26. Mai 1903 in Geldern-Kapellen geboren, empfing am 3. März 1928 in Münster die Priesterweihe, war dann Kaplan in der Stiftspfarre St.

Mariä Himmelfahrt Kleve, in Duisburg-Hochfeld und Rheinhausen und wurde am 28. August 1949 als Pfarrer in Frasselt, St. Antonius, eingeführt. Bischof Michael Keller ernannte ihn am 12. Februar 1954 zum Dechanten des Dekanates Kranenburg. 18 Jahre diente er in diesem Amt. Nach dem plötzlichen Tod von Pfarrer Demers folgte er dem Ruf des Bischofs und übernahm am 12. September 1954 die Pfarre St. Peter und Paul in Kranenburg und damit auch die Sorge um den weiteren Aufbau der kriegszerstörten Stifts- und Wallfahrtskirche, die er in den zwanzig Jahren als Pastor in Kranenburg in neuer Schönheit erstehen ließ.

 Pastor Brey (2. von rechts) bei der Einweihung des neuen Krankenhauses 1966.
Pastor Brey (2. von rechts) bei der Einweihung des neuen Krankenhauses 1966. Foto: NN

Kirche, Kindergarten, Jugendheim und Krankenhaus markieren nur das äußere Wirken von Pfarrer Brey. Mit besonderem Eifer setzte er sich für die Kreuzwallfahrt ein, die seit 1308 immer wieder gläubige Menschen nach Kranenburg führt. Dirk Willemsen erinnert sich, dass ein Niederländer im Dunkel seiner Seele das Wundertätige Kreuz aus der Weihnachtskrippe stahl und in den Stadtgraben warf. Darüber war Pfarrer Brey tief erschüttert, und spontan wurde der Korpus in einer Prozession vom Fundort zur Kirche zurückgebracht.

 Dechant und Pastor Heinrich Brey
Dechant und Pastor Heinrich Brey Foto: NN

"Er war ein großer Krippenfreund und hat die Krippe von Wilhelm Matthäi angeschafft", sagt Dirk Willemsen. Ein Herzensanliegen waren ihm "seine" Messdiener, zeitweise 80 Jungen. Jede Woche war Messdienerstunde und Lateinunterricht, es gab Zeltlager und Ausflüge, Ostereieraktionen und eine Weihnachtstüte. Da wurde der Pastor tatkräftig von seiner Schwester, der Haushälterin Mathilde Brey, unterstützt. Willemsen weiß viele Anekdoten zu erzählen, von "Bauchanbetern", Messdienern, die die Hände beim Beten über den Bauch hielten, oder über "Fliegenjagen", beim lässigen Weihwassernehmen.

Störte jemand, pflegte er zu sagen: "Ich habe den Faden verloren", bis Messdiener Heinz Braam vom Boden einen Faden aufhob und sagte: "Ich hab ihn, Herr Dechant." Der Pastor besuchte mit dem Fahrrad - er hatte keinen Führerschein - alle Leute in Kranenburg, sogar auf dem Kartoffelfeld. Bei der Predigt stand er stets auf einem Bein in der Kanzel. Das konnten die Messdiener sehen und sagten: "Denn stett dor näs ennen Euwer (Storch)." In den Tagebüchern von Karl Leisner findet Kaplan Brey als Präses der Katholischen Jugend besondere Beachtung, vor allem im Blick auf das legendäre Jungenlager 1934 in Groesbeek/Niederlande.

Am 24. März 1974 wurde Heinrich Brey Pfarrer in Keeken und Bimmen. Er hatte stets eine offene Tür und ein offenes Herz für alle, er war ein freundlicher, eifriger, rastloser und unermüdlicher Priester. Am 23. August 1975 starb er und wurde in Kranenburg zur letzten Ruhe gebettet.

(RP)