Kranenburg: CDU schickt Böhmer ins Rennen ums Bürgermeisteramt

Kranenburg : CDU Kranenburg mit Böhmer am Start

74 Mitglieder der Kranenburger CDU stimmten am Freitagabend über den Kandidaten für die Nachfolge von Bürgermeister Steins ab. 45 Stimmberechtigte entschieden sich für Ferdinand Böhmer und 27 für Hans-Ulrich Heiden.

Die CDU in Kranenburg hat sich entschieden: Am 13. September 2020 tritt Kämmerer Ferdinand Böhmer für die Christdemokraten bei der Bürgermeisterwahl an. Der 55-Jährige will Nachfolger von Günter Steins werden, der dann 16 Jahre lang die Geschicke im Rathaus geleitet hat und Anfang des Jahres bekanntgab, für eine weitere Amtszeit nicht zur Verfügung zu stehen. Mit 45:27-Stimmen setzte sich Böhmer am Freitagabend im Zuge der Mitgliederversammlung im Bürgerhaus gegen den Polizeibeamten Hans-Ulrich Heiden durch. Es war ein demokratischer Wettbewerb, den die CDU Kranenburg viele Jahre nicht erlebt hatte. Daher leitete Parteichef Christian Kersten ein: „Wir haben einen ganz besonderen Abend vor uns. Heute legen wir den Grundstein für die CDU-Politik der nächsten zehn Jahre.“

Kersten adelte Noch-Bürgermeister Günter Steins, da dieser es wie kaum ein anderer verstanden habe, Bürger von seinem Kurs zu überzeugen. Wenig verwunderlich seien daher auch dessen stetig wachsenden Wahlergebnisse gewesen. 2015 erreichte Steins gar eine Zweidrittelmehrheit. „Nun brauchen wir einen Bürgermeister, der nicht versucht, Günter Steins zu kopieren. Wir brauchen einen Bürgermeister mit eigenem Stil, der für die Nöte und Sorgen der Bürger einsteht“, erklärte Kersten. Sein Vorschlag: Das Rathaus solle virtuell, etwa per App, näher an das Leben der Bürger heranrücken. Auch Günter Steins selbst schwor die Parteibasis auf einen „Abend in Geschlossenheit“ ein: „Wenn´s drauf ankommt, kann man sich auf die CDU-Familie verlassen.“ Die bisherigen 15 Jahre seiner Amtszeit hätten ihm große Freude bereitet – trotz aller Höhen und Tiefen. „Auch mit der CDU-Fraktion war ich nicht immer einer Meinung. Doch am Ende haben wir immer zu einer Lösung gefunden“, sagte Steins.

In der Folge aber überließen Kersten und Steins das Podium den Protagonisten des Abends: Ferdinand Böhmer und Hans-Ulrich Heiden. Im Vorfeld hatte eine Findungskommission des Gemeindeverbands bereits festgestellt: Beide Mitglieder seien für das Amt des Verwaltungschefs geeignet. In den vergangenen Wochen zogen Böhmer und Heiden durch die fünf Ortsverbände und stellten ihre politische Agenda vor. Zuerst ergriff der amtierende Kämmerer Ferdinand Böhmer das Wort. „Ich brenne darauf, Bürgermeister zu werden. Schon bevor der Parteivorstand auf mich zugekommen ist, war klar, dass ich es machen will. Ich nehme Herausforderungen gerne an, denn dann laufe ich zur Höchstform auf“, erklärte er. Seit 38 Jahren steht Böhmer in Diensten der Kranenburger Verwaltung, seit 18 Jahren verantwortet er den Haushalt der Gemeinde. Sein Motto lautet, so sagte er: „Wer aufhört, besser zu sein, hat aufgehört, gut zu sein.“ Politisch wolle sich der 55-Jährige als Bürgermeister um die Schaffung bezahlbaren Wohnraums, die Stärkung der Dörfer, die Digitalisierung der Verwaltung und den Klimaschutz bemühen.

Hans-Ulrich Heiden, 57 Jahre alt, Polizeibeamter und stellvertretender Bürgermeister berichtete zu Beginn seiner Vorstellung von seiner politischen Sozialisierung, die bei der Klever Jungen Union stattgefunden habe. „Sehr roten Lehrern“ des Konrad-Adenauer-Gymnasiums habe er damals als leidenschaftlicher Debattierer gegenübergestanden. Er sehe sich als „Verbinder“ zwischen Bürger, Fraktion und Partei, seine Kandidatur sei ob seines Engagements der vergangenen Jahre nur folgerichtig: „Wer so lange mitgestaltet, will irgendwann auch Verantwortung übernehmen.“ Seit 2004 sitzt Heiden für die Christdemokraten im Rat der Kranichgemeinde. Der Familienvater wolle die Digitalisierung vorantreiben und Bürgermeister-Sprechstunden in den Orten durchführen.

74 Mitglieder kamen ins Bürgerhaus-Kandidaten für die Kommunalwahl 2020 zu wählen. Am Rednerpult Amtsinhaber Steins. Foto: Evers, Gottfried

In der Folge wählten 74 stimmberechtigte Mitglieder in den Wahlkabinen ihren Kandidaten. Das Ergebnis: 45 Stimmen entfielen auf Ferdinand Böhmer, 27 auf Hans-Ulrich Heiden. Dazu kommen ein Nein-Votum und eine ungültige Stimme. Sichtlich erleichtert streckte Böhmer seine Hände in die Höhe, als erster Gratulant beglückwünschte ihn Herausforderer Heiden. „Kranenburg hat sich in den vergangenen Jahren positiv weiterentwickelt. Dazu hat die CDU viel beigetragen. Ich hoffe, dass Sie als Mitglieder, die diese Politik getragen haben, im nächsten Jahr im Wahlkampf zur Fortführung beitragen“, sagte Kreisparteichef Günther Bergmann.