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Kleve: Kosten für den Deichverband steigen

Kleve : Kosten für den Deichverband steigen

Der Deichverband hat seine Pläne für das Jahr 2013 vorgestellt. Einsparungen des Landes und Sanierungsmaßnahmen können zu erheblichen Mehrkosten für Verbandsmitglieder führen. Umweltminister steht in der Kritik.

Nicht nur die Bauern in der Düffel ärgern sich derzeit über Bestimmungen aus dem Umweltministerium. Auch der Deichverband Xanten-Kleve befürchtet, dass es für ihn in Zukunft finanziell schwierig werden könnte. Im Entwurf des Landesetats für 2013 ist das Budget für den Hochwasserschutz von 40 auf 30 Millionen Euro gekürzt worden. Die Verteilung der Finanzmittel, bisher durch 80 Prozent vom Land und durch 20 Prozent vom Verband getragen, könnten sich demnach deutlich zu Lasten des Verbandes verschieben.

Bis zu 40 Prozent, befürchtet Deichgräf Hans-Heinrich Beenen, müsste der Deichverband dann selbst bezahlen. Und das wirkt sich direkt auf die rund 21 000 Mitglieder aus. Allein der Hochwasserschutzbeitrag, der derzeit bei rund 30 Euro pro Jahr und Mitglied liegt, drohe, sich zu verdoppeln. Zählt man dann noch den Grund-, Schöpfwerks-, und Gewässerbeitrag hinzu, würden sich die Kosten für ein kleines Einfamilienhaus im Hochwassergebiet von 60 auf 90 Euro erhöhen — die übrigen Preissteigerungen nicht mit eingerechnet. Der Verband protestiert. "Es geht nicht darum, dass alles vom Land bezahlt werden soll", betont Beenen. "Eigentlich waren wir mit dem alten System zufrieden."

Am 13. Februar will man sich zu Gesprächen mit Umweltminister Remmel treffen. Zuletzt hatte er durchblicken lassen, dass das Land in Zukunft nicht 60, sondern bis zu 70 Prozent der Kosten tragen wolle.

Der Deichverband Xanten-Kleve muss in den kommenden Jahren noch 23 Kilometer Deich sanieren. Mit einigem Aufwand, denn Deichsanierung heißt in dem Fall: Das entsprechende Stück muss komplett ab- und neu aufgetragen werden. "In der Regel rechnet man mit vier Millionen Euro pro Kilometer", sagt der Geschäftsführer des Verbandes, Bernhard Schlüß. Dazu kommt, dass aufgrund der EU-Wasserrahmenrichtlinien zusätzlich 83 Kilometer Gewässer aufgebessert werden müssen. Dafür rechnet man mit weiteren vier Millionen Euro Kosten.

Mit Aufwand verbunden ist auch der Fang von Bisamratten und Nutrias. Diese müssen entlang der vom Deichverband rund 300 Kilometer betreuten Gewässer mit Lebendfallen gefangen werden, da der Bereich in das Gebiet einer Bieberschutzzone fällt. "Wir haben in den vergangenen Jahren 4470 Tiere gefangen. Und keinen einzigen Bieber", sagt Deichgräf Beenen. Die Lebendfallen müssen zweimal täglich durch Fänger kontrolliert werden, als Ausgleich wird die Fangprämie von 5,62 Euro auf 7,60 Euro angehoben werden. Damit entfallen jährlich rund 34 000 Euro auf den Fang der Tiere. Das macht mittlerweile knapp acht Prozent der kompletten Kosten für die Gewässerunterhaltung aus.

Freuen können sich die 21 Mitarbeiter der Verwaltung, die bald mehr Platz für ihre Arbeit haben. Bis 2014 soll für 426 000 Euro angebaut werden — und sechs neue Räume entstehen.

(lukra)