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Kleve: Kostbarer Koekkoek für Kleve

Kleve : Kostbarer Koekkoek für Kleve

Ein ganz frühe Tuschzeichnung des niederländischen Landschaftsmaleres stiftete gestern Romantik-Sammler Jef Rademakers dem B.C.-Koekkoek-Haus. Die lavierte Zeichnung entstand um 1820, als der große Meister noch Schüler war. 15 Jahre später residierte er schon weltberühmt in Kleve.

Seeländische Fischer vor der Weite der See, einer weist hinaus in die Ferne. Überm Himmel türmen sich die Wolken, in der Ferne liegt ein Dreimaster, dessen Segel schlaff in der Flaute hängen. Ein klassisches Seestück. 1820 setzte der nicht einmal 17-jährige Barend Cornelis Koekkoek die Gruppe Fischer aufs Papier, fügte die Boote hinzu, die Schiffe, skizzierte den Himmel. Dann wurde diese "Vorzeichnung" mit Feder ausgeführt und bekam mit lavierter Tusche Tiefe und Schatten (das heißt, die Tinktur wird dünn, durchscheinend wässrig aufgebracht). Die Truppe am Strand wird lebendig. Ein Bild ganz in der Tradition der niederländischen Marinemaler. Barend Cornelis war halt der Sohn des Marine-Malers Koekkoek.

2,50 Gulden nahm Koekkoek damals für eines der Blätter. Ein prächtiges Taschengeld, mit dem er später auch sein Akademie-Studium in Amsterdam finanzierte. Zu dieser Zeit war er noch ein kleiner, aber überdurchschnittlich talentierter Zeichenschüler. Eines dieser ganz frühen Koekkoek-Blätter stiftete jetzt der in Belgien lebende niederländische Sammler Jef Rademakers, dessen bedeutende Romantik-Sammlung derzeit im Haus Koekkoek präsentiert wird.

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Hier an dem Ort, wo der große Meister lebte und arbeitete, sei dieses Blatt bestens aufgehoben, sagte Rademakers gestern: "Nirgendwo auf der Welt ist sie besser aufgehoben als hier im Haus des Meisters". Er war mit seiner Frau Ursula am frühen Morgen aus Antwerpen nach Kleve gefahren, um das Blatt zu übergeben. Nicht einmal zwei Tage, nachdem er aus Moskau wieder zurückgekommen war, wo die Klever Ausstellung nochmals im Rahmen des russisch-niederländischen Freundschaftsjahres ab Juni 2013 zu sehen sein soll. Bis jetzt haben sich fast 200 000 Menschen von den romantischen Bildern begeistern lassen - in Kleve sind es bald 5000. "Die Ausstellung läuft bestens", freute sich auch der künstlerische Leiter der B.C.Koekkoek-Stiftung, Drs. Guido de Werd, über das prächtige Geschenk. Die Klever Koekkoek-Sammlung habe noch nicht viele dieser frühen Blätter, die am Anfang der Karriere des Malers standen und dessen Weg hin zum großen Naturmaler aufzeigen.

Freundeskreisvorsitzender Klaus Hommel zeigte sich stolz, dass dieses schöne, sehr frühe Blatt jetzt die Sammlung des Hauses Koekkoek bereichere. "Wir sind stolz, dass wir das Blatt bekommen - auch wenn die Ausstellung vor Kleve so illustre Stationen wie die Eremitage in Sankt Petersburg hatte", sagt Hommel. Es sei am Nikolaus-Vorabend eine wunderbare Bescherung: "Es ist ein großartiges Künstler, in einem großartigen Haus." Und jetzt habe man auch noch einen großartigen Mäzen.

(RP/jul)