Konto von karitativem Verein geplündert

Kleve : Konto von karitativem Verein geplündert

Mehrmals wurden illegal Beträge abgebucht. Geld konnte von der Bank aber zurückgebucht werden. Polizei registriert jedoch einen starken Anstieg bei illegalen Überweisungen. Auch Stadtwerke sind betroffen.

Von einem Konto einer karitativen Einrichtung aus dem Kleverland ist illegal Geld abgebucht worden. Insgesamt wurde das Bankkonto mehrfach mit Beträgen zwischen 200 und 400 Euro belastet. Zunächst waren es Summen von 60 Euro, mit denen die Betrüger offenbar testen wollten, ob ihr Vorhaben frühzeitig auffällt. Nachdem sie nicht entdeckt wurden, steigerten sie die Summen. Als Empfänger des Geldes war der Name "Facebook Irland" angegeben. Insgesamt wurden die Konten der Organisation mit mehr als 3000 Euro belastet. Aufgefallen war der Betrug, weil ein Mitarbeiter der karitativen Vereinigung regelmäßig Kontoauszüge zieht und die Abbuchungen von "Facebook Irland" nicht zuordnen konnte.

In der Regel überweist der Verein lediglich Gelder für ein Projekt in der Dritten Welt, das von ihm unterstützt wird. Der Schaden ist mittlerweile behoben, da der Betrug rechtzeitig erkannt wurden und das Geldinstitut die Beträge noch zurückbuchen konnte.

Das "Geschäftsmodell" Kontoplünderung ist ein einträgliches und florierendes - auch im Kreis Kleve. Polizeisprecherin Manuela Schmickler sagt: "Die Zahl der Überweisungsbetrügereien schnellt in die Höhe." Die Beträge würden vor allem ins europäische Ausland überwiesen. Derzeit verstärkt auf Konten in Polen, Ungarn oder auch Irland, so die Sprecherin.

Besonders betroffen, so Schmickler, seien Organisationen oder Unternehmen, deren Bankverbindung im Internet zu finden ist. Typisch sei, wie auch jetzt im Fall der karitativen Einrichtung, dass die abgebuchten Beträge eher kleinere seien. "Die Chance, entdeckt zu werden, soll dadurch möglichst gering gehalten werden", sagt Schmickler. Es sei von größter Bedeutung, dass man regelmäßig Kontoauszüge ziehe, um möglichst früh auffällige Buchungen zu erkennen, so die Polizistin.

Im Zeitraum von Januar bis September wurden im Kreis Kleve 42 Fälle von illegalen Abbuchungen registriert. Wobei ein Täter, unabhängig davon, wie oft er abbuchen lässt, auch nur als ein Fall in die Statistik einfließt. Im gesamten Jahr 2013 waren es 15. Doch sind diese Erhebungen so gut wie ohne Aussagekraft. Erfolgt eine Abbuchung aus dem Ausland, so wird die Tat nicht in hiesige Statistik eingerechnet. "Die Dunkelziffer ist demnach hier erheblich höher", sagt Schmickler.

Auch bei den Klever Stadtwerken wurde mehrmals versucht, die Kontostände unerlaubt zu verringern. Allein in jüngerer Vergangenheit sollte das Versorgungsunternehmen nach illegalen Überweisungen um 140 000 Euro erleichtert werden. Die Versuche scheiterten. Dies liege an den extremen Sicherheitsvorkehrungen der Stadtwerke, so Claudia Dercks, kaufmännische Leiterin des Unternehmens. 29 Jahre ist sie bei den Stadtwerken. Noch nie, so sagt sie, sei die Zahl der versuchten illegalen Abbuchungen so hoch gewesen. Doch ist sich Dercks hinsichtlich der Stadtwerke sicher, dass es bei allen Betrugsversuchen auch bei einem Versuch bleiben wird.

(RP)
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