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Kleve: Kommunen sparen Strom

Kleve : Kommunen sparen Strom

Immer mehr Städte und Gemeinden erneuern ihre Straßenbeleuchtungen. Vorreiter dabei ist die Gemeinde Uedem. Dadurch wird nicht nur der Verbrauch deutlich gesenkt, sondern auch die Umwelt weniger belastet.

KREIS KLEVE Noch ist es einzigartig, was die Gemeinde Uedem da umgesetzt hat. Aber vor allem ist es ein Pilotprojekt – die ganzheitliche energetische Optimierung der Straßenbeleuchtung. Knapp zwei Jahre hat die Planung gedauert, jetzt sind nahezu 864 Langfeld- und Pilzleuchten ausgetauscht worden. Bei den Altstadtleuchten wurden nur neue Leuchtmittel installiert. Außerdem sind die 26 Straßenbeleuchtungsverteiler ausgetauscht worden, so dass die Lampen jetzt unter anderem gedimmt werden können.

45 Prozent weniger Strom

"Damit wird das Optimum gespart, während gleichzeitig alle Normen erfüllt werden", ist Markus Skeide, dessen Ingenieursbüro die Planung und Ausschreibung durchführte, überzeugt. Optimum heißt dabei einen einen Verbrauch von etwa 45 Prozent unter dem bisherigen Strombedarf, rund 178 229 Kilowattstunden weniger im Jahr. Unter anderem wird die Beleuchtung nachts außerhalb der Verkehrszeiten gedimmt. Damit garantiere die Firma Horlemann der Gemeinde einen Einsparbetrag von jährlich 21 500 Euro, so Geschäftsführer Josef Horlemann – dies haben die beiden Partner in einem Vertrag über zehn Jahre festgehalten. Gleichzeitig bringt die Maßnahme eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes von 105 Tonnen im Jahr. Der Rat habe sich diesen Klimaschutz von Anfang an auf die Fahnen geschrieben, betont Uedems Bürgermeister Rainer Weber.

Durch die neue Technik ist das Beleuchtungssystem fit für die nächsten 25 Jahre. Die Investitionskosten hätten sich, so Horlemann, bereits nach zehn Jahren wieder komplett beglichen. Auch nach den neuesten EU-Normen. "Die Gemeinde Uedem hat ihre Hausarbeiten erledigt", lobt Rüdiger Brechler von der beratenden EnergieAgentur.NRW.

Aber damit steht Uedem nicht mehr lange allein da. In der Stadt Kevelaer sind in einer einfacheren Variante nur die Leuchtkörper erneuert worden. Die Gemeinde Weeze plant hingegen ebenfalls die aufwendigere energetische Sanierung, die ein größeres Einsparpotenzial für den kommunalen Haushalt bietet. Und auch die Gemeinde Kranenburg hat sich für das Komplettpaket entschieden, das auch die nächtliche Dimmfunktion beinhaltet.

In Uedem wird die Einsparphase bereits zu Beginn des vierten Quartals beginnen. Gefördert wurde die energetische Sanierung durch das Bundesministerium für Umwelt. Und die Gemeinde hatte Glück, frühzeitig mit den Planungen zu beginnen. Denn derzeit sind die Fördertöpfe leer. Dass beispielsweise die Gemeinde Kranenburg sich für ihre rund 1000 Leuchtkörper dennoch für die Umsetzung entschied, hat einen Grund. Es lohnt sich auch finanziell.

(RP)