1. NRW
  2. Städte
  3. Kleve
  4. Kommunalwahl

Bedburg-Hau: CDU-Bürgermeisterkandidat Stefan Reinders möchte mehr Leben im Zentrum

Kommunalwahl 2020 : Mehr Leben im Zentrum der Gemeinde

Stephan Reinders will es wissen: Der Bürgermeisterkandidat der CDU in Bedburg-Hau setzt auf die Förderung von Wohnbau und Mittelstand. Wir haben ihn zum Interview getroffen.

 Bitte stellen Sie sich doch kurz vor. Wer sind Sie – und was macht Sie aus?

Stephan Reinders Ich bin 38 Jahre alt und wohne seit meiner Geburt in Bedburg-Hau. Von Beruf bin ich Verwaltungsbeamter bei der Stadt Kleve. Ich bin Ehrenamtler durch und durch, spiele Volleyball in der SV Bedburg-Hau -Verbandsligamannschaft, bin aktiv bei den Schützen und zudem Lagerleiter im Ameland-Ferienwerk Bedburg-Hau.

Was ist Ihr wichtigstes Thema im Wahlkampf – und wie wollen Sie es anpacken?

Reinders Bedburg-Hau muss und kann sich weiterentwickeln! Als Bürgermeister einer familienfreundlichen Gemeinde lege ich besonderen Wert auf alles, was das soziale Leben mit sich bringt. Wohnbebauung und mittelständisches Gewerbe muss möglich sein, aber ökologisch ausgewogen betrachtet werden. Die Beiträge für die Kinderbetreuung will ich erträglich halten und die Grundschulen gut aufgestellt wissen. Das enorme ehrenamtliche Engagement in der Gemeinde werde ich weiter unterstützen. Sich engagieren gehört einfach zu mir und macht mich aus.

Aus welchem Fehler haben Sie schon einmal gelernt?

Reinders Mal „eine Nacht drüber schlafen“ hilft auf jeden Fall bei der Lösung von Problemen! Grundsätzlich kann man aber aus Fehlern nur lernen, wenn man bereit ist, diese auch zuzugeben. Das ist eine Stärke, die mich auf jeden Fall auszeichnet. Niemand kann alles perfekt machen.

Sehen Sie Möglichkeiten, dem ÖPNV in Ihrer Kommune neue Impulse zu geben?

Reinders Als CDU-Fraktion haben wir bereits die Prüfung eines kostenlosen ÖPNV für Bedburg-Hau auf den Weg gebracht. Die erste Berechnung ergab, dass dies den Haushalt in der jetzigen Corona-Krise jedoch zu sehr belasten würde. Ich werde aber weiter an Ideen feilen und hierzu ein Konzept - beispielsweise mit vergünstigten Monatskarten - für den ÖPNV in Bedburg-Hau entwickeln und umsetzen.

Wie wollen Sie bezahlbares Wohnen in Ihrer Kommune ermöglichen? Braucht sie Verdichtung im Inneren oder die Erschließung neuer Wohngebiete?

Reinders Bedburg-Hau ist als Flächengemeinde bestens dazu geeignet, in den einzelnen Ortschaften Lückenbebauung anzubieten. Hierfür werde ich mich auch weiter stark machen. Einzelne größere Wohngebiete, wie jetzt z.B. in Hasselt, sind aber für die weitere Entwicklung der Gemeinde unabdingbar und werden von mir angegangen. Das Interesse insbesondere junger Familien, sich in Bedburg-Hau anzusiedeln, ist weiterhin sehr groß. Ich möchte, dass dies auch so bleibt. Worüber man sprechen muss, ist ein generationengerechtes Wohnen. Dazu sollte man Rahmenbedingungen schaffen, um der älteren Generation ein eigenständiges und selbstbestimmtes Leben in Zentrumnähe zu ermöglichen. Auch Wohnraum für das Mehrgenerationenwohnen sollte möglich sein. Ich würde mir aber zusätzlich wünschen, dass auch für junge Menschen bezahlbare Wohnungen in Bedburg-Hau entstehen, damit diese auf Dauer in ihrer Heimat wohnen können.

Wie beurteilen Sie die Infrastruktur in Ihrer Kommune, auch digital – und wie wollen Sie dieses Thema vorantreiben?

Reinders Ich glaube, dass wir von der verkehrlichen Infrastruktur her bereits gut aufgestellt sind. Die Durchfahrt durch die Klinik ist momentan noch ein Provisorium, aber hier ist die Verwaltung bereits am Ball. Schade finde ich, dass der Glasfaserausbau -bisher- nicht in allen Teilen der Gemeinde umgesetzt wird, da die Quote nicht erreicht wurde. Hier werde ich mich explizit für einen weiteren Ausbau einsetzen, damit alle Bürgerinnen und Bürger die gleichen Möglichkeiten der Nutzung geboten werden kann und ganz Bedburg-Hau digital vernetzt ist.

Viele junge Familien beschäftigt erheblich, ob ihr Kind einen guten Kita-Platz bekommt – und wie es danach auf den Schulen weitergeht. Was macht Ihre Kommune da schon richtig – und wo muss dringend nachgebessert werden?

Reinders Den Ansatz von „Kurze Beine - Kurze Wege“ werde ich auch als Bürgermeister weiterverfolgen. Die bestehenden Grundschulen möchte ich stärken. Hierzu zählt neben der medialen Ausstattung auch die Überprüfung der Gebäude an sich. Für die Kindergartenbeiträge und die Gebühren für die Betreuungsformen 8-1 und Ogata werde ich mich auch weiter für verträgliche Kostenstaffelungen einsetzen. Hier lässt sich sicher noch nachbessern. Wichtig ist im Bereich Kindergärten insbesondere auch eine gute Zusammenarbeit mit dem Kreis Kleve. Vielleicht lässt sich so auch mehr Flexibilität für die Eltern erreichen.

Sie werden, wenn Sie gewählt werden, auch der Bürgermeister sein, der die Kommune aus der Coronakrise führt. Der Bereich Finanzen und Investitionen spielt da eine wesentliche Rolle – zumal viele öffentliche Kassen eh nicht sprudeln. Muss in den kommenden Jahren der Gürtel noch enger geschnallt werden? Oder ist jetzt die Zeit der Investitionen gekommen? Und wenn ja – in was?

Reinders Wie genau die Auswirkungen von Corona auf die kommunalen Haushalte sein werden, ist noch nicht absehbar. Bund und Land haben diverse Unterstützungen auch für die Gemeinden auf den Weg gebracht. Sinnvolle und zukunftsweisende Investitionen trotz Corona anzugehen, ist für mich der richtige Weg. In Bedburg-Hau steht beispielsweise der Neubau eines Feuerwehrgerätehauses in Huisberden in den Startlöchern, darauf warte ich schon seit zwei Jahren. Einen weiteren Aufschub darf es nicht geben. Im Bereich der Generierung von finanziellen Zuschüssen des Bundes oder des Landes möchte ich die Verwaltung zudem besser aufstellen.

Der Nordteil der LVR-Klinik soll entwickelt werden. Wie beurteilen Sie die bisherige Planung, auch im Hinblick auf ökologische Belange?

Reinders Die geplante Gestaltung des Nordteils des Klinikgeländes bietet die einmalige Chance unser Gemeindezentrum zu erweitern und die Gemeinde als Ganzes weiter aufzuwerten. Eine ökologisch sinnvolle, auch mit der Unteren Denkmalschutzbehörde abgestimmte Gestaltung ist hier wichtig und muss und wird von mir als Bürgermeister aktiv begleitet. Natürlich ist in den letzten Jahren die Pflege des Waldes stark vernachlässigt worden. Ein wesentliches Ziel der vorliegenden Planung ist, eine großflächige Waldumwandlung zu vermeiden. Der Erhalt des Charakters des derzeitigen Klinikgeländes mit seinen Bäumen, Büschen, Hecken und Sträuchern hat für mich höchste Priorität. Aber: Hier nichts zu unternehmen, macht den derzeitigen Zustand leider überhaupt nicht besser. Stillstand, Leerstand und weitere Verrottung der alten Gebäude möchte ich vermeiden. Das Gelände darf insgesamt nicht verkommen und verfallen - dafür ist es viel zu schön!

Die LVR-Klinik ist wiederholt mit spektakulären Ausbrüchen in die Schlagzeilen gekommen. Wie ist es um die Sicherheit der Bürger in Bedburg-Hau bestellt – müssen Sicherheitsmaßnahmen verstärkt, bzw. Modernisierungsmaßnahmen angegangen werden?

Reinders Die LVR-Klinik und somit auch die Forensik ist seit vielen Jahren ein fester Bestandteil der Gemeinde und wird von der Bedburg-Hauer Bevölkerung akzeptiert. Ein Teil der forensischen Patienten ist noch in gesicherten, aber halt in die Jahre gekommenen Gebäuden untergebracht. Hier muss man gemeinsam mit dem LVR ansetzen. Es ist wichtig, dass jetzt endlich der zusätzliche Ersatzneubau durch den LVR angegangen wird. Neue Gebäude bringen automatisch höhere Sicherheitsstandards mit sich. Dabei sollte es meiner Ansicht nach aber nicht bleiben. Eventuell könnten zusätzliche Neubauten mit höchstem Sicherheitsstandard im Südteil der Klinik errichtet werden. Nur so kann weiterhin gute und erfolgreiche Therapiearbeit geleistet und die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verbessert werden. Denn sie sind es, die tagtäglich mit den Patientinnen und Patienten in der Forensik zu tun haben. Mit diesen Maßnahmen sehe ich die Sicherheit des beschäftigten Pflegepersonals und der Bevölkerung gewährleistet. Hierauf werde ich als Bürgermeister ein besonderes Augenmerk legen.