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Kommentar zu Haus Mifgash: Es muss eine offene Diskussion geben

Mifgash-Pläne : Es muss eine offene Diskussion geben

Wie kann der Synagogenplatz als Gedenkplatz richtig und vielfach genutzt werden? Dafür braucht es eine breite Diskussion – mit offenem Ausgang.

Dass Haus Mifgash in der Umgebung des Synagogenplatzes bauen will, kommuniziert der Verein schon seit seinem Gründungstag. Jetzt sind zwei Leichtbau-Pavillons und ein Dach geplant, für die es eine Bauvoranfrage, aber kein Baurecht gibt. Ein Baurecht, dass für diese geschichtlich äußerst sensible Fläche noch geschaffen werden muss, die auch städtebaulich mit äußerster Vorsicht zu betrachten ist. Verständlich ist der Wunsch der Stadt nach einer sicheren Finanzierung: Es wäre fatal, wenn gebaut würde und der Verein das Ganze nicht mehr stemmen könnte.

Dennoch organisiert Haus Mifgash eine Grundsteinlegung. Symbolisch, künstlerisch. Entworfen und umgesetzt wurde diese „Grundstein-Performance“ von der Gocher Künstlerin Nicole Peters, die immer alle an ihren Vorhaben Beteiligten einbindet, sie mitmachen, mitgestalten lässt.

Diese Aktion stieß aber manch einem, der sich mit dem Vorhaben auseinandersetzt, auf. Sie drücken auf die Bremse. Pfarrer Freuling hat völlig recht, wenn er eine offene Auseinandersetzung und Diskussion fordert. Diese Diskussion hat es bis jetzt öffentlich im Sinne einer Bürgerbeteiligung nicht gegeben. Es wäre eine Diskussion in allen Gremien, die auf das von Eva Weyl so wunderbar formulierte Kernthema aufmerksam macht: Wie kann der Synagogenplatz als Gedenkplatz richtig und vielfach genutzt werden, um über Geschichte, über die Shoa  aufzuklären? Unter Beteiligung aller, ganz im Sinne von Nicole Peters. Wenn am Ende der ergebnisoffen geführten Diskussion steht, dass das Mifgash-Vorhaben hilfreich ist, soll gebaut werden. Wenn nicht, dann  eben nicht.