Köhler laden zum traditionellen Meilerfest in Reichswalde ein

Reichswalde : Köhler laden ein zum Meilerfest Reichswalde

Vom 17. Mai bis 2. Juni lädt das Köhlerteam um Wilhelm Papen nach Reichswalde ein. Ein umfangreiches Programm ist geplant.

Seit 27 Jahren beschäftigt Wilhelm Papen sich mit dem uralten Köhlerhandwerk. Rund 30 Meiler hat der 58-Jährige bereits mitgemacht. Auch in diesem Jahr wird er wieder zusammen mit seinem Team von der Köhlerei Reichswalde Holzkohle auf traditionelle Weise herstellen: Vom 17. Mai bis zum 2. Juni findet das Meilerfest in Reichswalde (Auf dem Kamp 25) statt. Die Vorbereitungen für den Meiler begannen bereits im vergangenen Jahr: 27 Raummeter Buchenholz wurden aus dem heimischen Reichswald gezogen und geschlagen. Kegelförmig wird das Holz nun geschichtet, bis der Meiler steht und dann am 17. Mai angezündet werden soll. Schirmherrin und NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach hat ihre Teilnahme angekündigt, ebenso wie Landtagsmitglied Dr. Günther Bergmann und Bürgermeisterin Sonja Northing.

Mit dem Entzünden des geschichteten Buchenholzes ist die Arbeit für Wilhelm Papen und seine Jungköhler aber noch längst nicht getan. Denn sobald der Funke übergesprungen ist, dürfen die Köhler den Meiler nicht mehr aus den Augen lassen. Rund zwei Wochen wird sich die Glut durch das Holz fressen, bis das Reichswalder Buchenholz zu hochwertiger Holzkohle verschwelt ist. Bis dahin gilt es, den Schwelprozess zu kontrollieren und zu steuern.

Ein Prozess, der jedes Mal anders verlaufe, sagt Papen. Ist die Glut zu gering, muss dem Meiler beispielsweise durch das Stechen von Zuglöchern am Boden Luft zugeführt werden. Auch bei starkem Regen muss die Glut gefördert werden – so wie im letzten Jahr, als bei einem Meiler im Freilichtmuseum Grefrath starker Regen einsetzte. „In sechs Stunden kamen 70 Liter Regen runter, da schwelte der Meiler gerade mal 14 Stunden und hatte noch nicht so viel Power. Da hat man dann schon mal in den Himmel geguckt und an den lieben Gott appelliert, und natürlich die Luftzufuhr erhöht. Du machst bei jedem Meiler neue Erfahrungen“, sagt Papen.

Auch an seinen letzten Meiler in Reichswalde vor zwei Jahren erinnert sich der Köhler noch gut. An den Fuchs etwa, der sich morgens um halb vier ohne Scheu zu ihm an den schwelenden Meiler setzte. „Er schaute mir zwei Minuten lang zu, als wollte er sagen: ‚Jung‘, machse dat auch richtig?‘“, sagt der Köhler. Wenngleich Papen sich auch sehr auf die Besucher des Meilerfestes freut, gibt ihm die Verbundenheit mit der Natur am meisten: „Das sind für mich die schönsten Momente – in den Morgenstunden, wenn es langsam hell wird, die Vögel anfangen zu zwitschern und die Sonne aufgeht“, sagt der 58-Jährige.

Ob der Fuchs auch in diesem Jahr wieder zur Kontrolle vorbeischaut, bleibt abzuwarten. Eingeladen ist er jedenfalls, ebenso wie jeder Interessierte, der eine gemütliche Zeit auf dem Meilerplatz verbringen will. Ein buntes Programm, Speis‘ und Trank erwarten die Besucher – und viel Natur vor der idyllischen Kulisse des Reichswaldes.

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