Kreis Kleve: Kliniken wollen Stellen abbauen

Kreis Kleve: Kliniken wollen Stellen abbauen

Der Krankenhausverbund der katholischen Kliniken im Kreis Kleve bereitet Mitarbeiter darauf vor, dass einige befristete Verträge nicht mehr verlängert werden. Mit dem Personalabbau will man gestiegene Kosten auffangen.

Kleverland Die Mitarbeiter der Krankenhäuser in Kleve, Kalkar, Goch und Kevelaer werden derzeit auf ein wirtschaftlich schwieriges Jahr eingeschworen. Bei einer außerordentlichen Personalversammlung im Kevelaerer Marienhospital hat Dr. Peter Enders, Hauptgeschäftsführer der Katholischen Kliniken im Kreis Kleve (KKiKK), den Mitarbeitern verkündet, dass einige bestehende Verträge nicht mehr verlängert werden.

Laut Rainer Haas, Geschäftsführer des Marienhospitals, handelt es sich dabei in Kevelaer um "sieben bis neun befristete Verträge". Insgesamt sind im Kevelaerer Krankenhaus laut Haas derzeit 130 Menschen angestellt. Der Geschäftsführer geht davon aus, dass jetzt in seinem Krankenhaus kaum noch unbefristete Verträge ausgestellt werden. Auch im Kalkarer St.-Nikolaus-Hospital und gestern am Gocher Wilhelm-Anton-Hospital haben außerordentliche Personalversammlungen stattgefunden. Noch in dieser Woche ist das Klever St.-Antonius-Hospital an der Reihe.

Nach RP-Informationen war die Stimmung unter den Mitarbeitern nach der gestrigen Versammlung im Gocher Krankenhaus entsprechend bedrückt. Dort gilt jetzt das von Geschäftsführer Christian Fischer ausgegebene Motto: "Wir werden jeden Vertrag prüfen". Auch in den vergangenen Monaten sei man dort "sehr zurückhaltend gewesen", was die Besetzung von Stellen anging. Es habe aber keine betriebsbedingten Kündigungen gegeben. Derzeit sind am Wilhelm-Anton-Hospital laut Fischer 330 Menschen angestellt.

Der Hintergrund für den geplanten Personalabbau ist an allen Krankenhäusern im Verbund derselbe: Die Kliniken haben mit steigenden Kosten und gleichzeitig zurückgehenden Erlösen zu kämpfen. "Die Krankenkassen machen nicht zuletzt durch die positive Lage am Arbeitsmarkt gute Einnahmen. Daran werden die Krankenhäuser aber nur in geringem Maße beteiligt", erläutert Haas im Gespräch mit unserer Zeitung. So werde die Krankenhausvergütung um maximal 1,48 Prozent steigen. Parallel "drohe" eine Erhöhung der Tarife der Mitarbeiter in deutlich höherem Ausmaß. Die Festangestellten kommen den KKiKK-Krankenhäusern also immer teuerer zu stehen.

Haas: "Jetzt stehen alle Sparmöglichkeiten auf dem Prüfstand." Der Kevelaerer Geschäftsführer könne sich vorstellen, dass man im Klinikverbund künftig häufiger auf sogenannte Gastärzte zurückgreife. Diese Ärzte sind nicht fest angestellt, sondern arbeiten auf Stundenlohnbasis.

(RP/rl/jul)