Kreis Kleve: Klinik-Krise: Nur Kleve ist sicher

Kreis Kleve: Klinik-Krise: Nur Kleve ist sicher

Um die finanzielle Zukunft der Katholischen Kliniken im Kreis Kleve zu sichern, wird auch über die Schließung einzelner Standorte diskutiert. Aber auch Kritik an Entscheidungen der KKiKK-Geschäftsführung wird laut.

Land In der Diskussion über die Hospital-Krise im Klever Land werden mehrere Optionen diskutiert, wie die Krankenhauslandschaft zwischen Kevelaer, Goch, Kalkar und Kleve in Zukunft aussehen wird. Dabei wird auch über die Möglichkeit gesprochen, einen oder mehrere Standorte der Katholischen Kliniken im Kreis Kleve (KKiKK) zu schließen. Das bestätigte gestern Propst Theodor Michelbrink als Vorsitzender des Aufsichtsrates im RP Gespräch.

Enders nimmt Stellung

"Es ist klar, dass wir Überlegungen anstellen, wie wir uns in Zukunft aufstellen können", sagt Michelbrink. Wie man Mittel sparen könne angesichts sinkender Einnahmen und steigender Kosten, wie man sich optimal aufstellen könne. "Vor diesem Hintergrund werden wir alle möglichen Optionen überlegen, auch, ob es erforderlich sein könnte, weniger Einrichtungen zu unterhalten. Entschieden ist aber noch nichts", sagt der Propst.

Nach langem Schweigen äußerte sich jetzt Dr. Peter Enders, Hauptgeschäftsführer der KKiKK. "Der Verbund der Katholischen Kliniken im Kreis Kleve kann und wird sich dieser schwierigen Situation stellen, da er über ausreichend Synergiepotenziale verfügt. Dazu sind zum einen strukturelle Änderungen erforderlich, die kurz und mittelfristig realisiert werden können. Zum anderen setzen wir auf sinnvolle und überlegte Sparmaßnahmen", lässt Enders verlauten. Dies alles diene der Stabilisierung der wirtschaftlichen Verhältnisse, die in den letzten Jahren sehr gut gewesen seien und weiterhin gut bleiben sollen, meint Enders. Grund zur Panik bestehe nicht, da die Ausgangssituation für die KKiKK im Vergleich zu anderen Krankenhäusern sehr gut sei.

Wie gut die finanzielle Ausgangssituation wirklich ist, wird sich zeigen: 2010 wollten die KKiKK das Gelderner Krankenhaus von der CTT (Cusanus Trägergesellschaft Trier) übernehmen — das Unterfangen scheiterte. Heftig kritisiert bis hinauf in politische Spitzenkreise wird auch die Entscheidung der KKiKK-Geschäftsführung, die Gynäkologie von Goch nach Kleve und im Gegenzug die Unfallchirurgie von Kleve nach Goch zu verlegen. Anscheinend ohne Rücksicht auf die bei Patienten über Generationen gewachsene Tradition der Häuser. Enders hatte auch schon vor mehreren Jahren in einer Zukunftswerkstatt der Rheinischen Post und der Volksbank Kleverland von einem kompletten Neubau in Kleve neben dem alten Krankenhaus gesprochen. Eine Idee, die bald gestoppt wurde.

Politik reagiert

Die Hospitäler können dagegen auf gute Arbeit blicken. "Wir sind in vielen Abteilungen auch technisch auf dem neuesten Stand", sagte ein Mitarbeiter gestern. Zudem ist jetzt ein neues, 35-Millionen-Euro teures Bettenhaus für Kleve in der Diskussion. Damit dürfte der Standort des St.-Antonius-Hospitals als einzig wirklich sicherer Fixpunkt in der Diskussion um die Zukunft der Standorte in Kalkar, Kevelaer und Goch gelten.

Dass die Situation prekär ist, zeigt auch die Reaktion der Politik: Die Kreis Klever CDU hat sich das Thema Zukunft der Krankenhäuser in der Region zu eigen gemacht. "Das steht am Montag auf der Tagesordnung der Fraktion", sagte CDU-Fraktionschefin Ulrike Ulrich gestern im RP-Gespräch. Vor allem auf der Sitzung der regionalen Pflege und Gesundheitskonferenz am 29. März sollte die "Krankenhauslandschaft im Kreis Kleve" diskutiert werden, so Ulrich.

(RP/jul)