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Bedburg-Hau: Klinik-Häuser vor Verkauf

Bedburg-Hau : Klinik-Häuser vor Verkauf

Ein niederländischer Investor will die leerstehenden Häuser auf dem Klinikgelände kaufen. Dort sollen unter anderem Studenten und Senioren Wohnungen finden. Die Gemeinde muss den Kanal sanieren.

Teile der LVR-Klinik stehen vor dem Verkauf. Der Bereich zwischen der einst als "Geschlechtergraben" genannten Senke und der Uedemer Straße, etwa die Hälfte der Häuser und des Geländes, ist so gut wie vergeben. Es gibt mit einem niederländischen Investor einen Vorvertrag, der jetzt in das Beurkundungsverfahren geht. Das bestätigte gestern Till Döring, Sprecher beim Landschaftsverband Rheinland in Köln, auf Anfrage der RP.

Zum Hintergrund: Mit der Dezentralisierung und der Änderungen im Langzeitbereich standen auf dem großen Klinikgelände mit den denkmalwerten Häusern von 1911 viele Gebäude leer. Der Landschaftsverband Rheinland konzentrierte daraufhin die eigentliche Klinik in einem Teil des Geländes, der andere Teil sollte verkauft werden. Die Umzüge der Stationen sind größtenteils auch abgeschlossen. Lediglich im Bereich der Forensik befinden sich noch größere "Einheiten" auf dem zu verkaufenden Gelände, wie beispielsweise die Frauenforensik. Hier soll, so hatte es im Vorfeld Bürgermeister Peter Driessen angedeutet, der Investor einzelne Häuser ans Land vermieten. Allerdings nur, so hieß es gestern von Insidern, für einen begrenzten Zeitraum.

Der Investor habe einen Optionsvertrag, über den nicht bezifferten Kaufpreis sei man sich einig, wie die RP erfuhr. Der Niederländer wolle die Jugendstil-Häuser als Altenheime nutzen, denke wohl auch an eine Einrichtung für Demenzkranke. Es soll Wohnen für Jung und Alt auf dem Gelände möglich sein. Derzeit prüfen die Mitarbeiter des Investors die Gebäude.

In dem alten Schwesternwohnheim neben mini-art sollen möglichst schon Ende des Jahres Studenten einziehen. Der Asta der Hochschule Rhein-Waal (HRW) hatte keine Einwände gegen die ehemalige Landesklinik — zumal die Verkehrsanbindungen in Richtung HRW optimal seien: Es gibt eine regelmäßige Bahnverbindung, es fahren Busse, und selbst mit dem Fahrrad ist die Strecke über den Ring schnell zu erreichen.

In sechs Monaten könnte der Verkauf perfekt sein — zumal der Investor die Option habe, schon im Vorfeld — beispielsweise für die Studentenwohnheime — Baumaßnahmen in Angriff zu nehmen. Bis dahin soll auch mit dem Landesbetrieb Straßen geklärt werden, wie der Teil der Klinik besser an die Uedemer Straße angeschlossen werden kann.

Für den künftigen Bebauungsplan ist jetzt die Gemeinde Bedburg-Hau gefragt: Noch gilt das Gelände als Klinik, künftig wird es dort eine Mischnutzung geben. Die Gemeinde wird sich aber auch mit dem Kanalsystem unter den Häusern auseinandersetzen müssen. Da steht die Gemeinde im Wort. Ebenso wie beim Theater mini-art (siehe Info).

(RP)