Kleves neue Kreisleitstelle soll im Herbst 2020 fertig sein

Neue Kreisleitstelle Kleve soll 6,6 Millionen Euro kosten : Die neue Kreisleitstelle wächst

Zwar wird der Neubau wegen eines spät entdeckten Übertragungsfehlers eine Million teurer als angenommen, eine Alternative zur Bewilligung gab’s für den Kreistag aber nicht. Bis Spätsommer 2020 wird an der Nassauerallee gebaut.

44.000 Einsätze im Jahr – diese Menge an meist dringenden Anliegen zu koordinieren, ist eine Riesenaufgabe. Eine, der sich das Team der Kreisleitstelle annimmt. Nicht nur die Männer und Frauen in den Rettungs- und in den Löschfahrzeugen, sondern ebenso das Personal in der Leitstelle müssen stets hellwach und aufnahmebereit sein: Damit jeder einzelne Einsatz nach Möglichkeit optimal abläuft, muss auch die Kreisleitstelle den heutigen Ansprüchen genügen. Der Kreis Kleve hat deshalb den Bau einer neuen Leitstelle genehmigt, mit dessen Umsetzung kürzlich begonnen wurde. Bis Spätsommer 2020, so der Zeitplan, sollen 6,6 Millionen Euro verbaut sein. Was zusätzlich für die benötigte zu installierende Technik auszugeben ist, wird noch ermittelt.

Die Baustelle selbst kann, da sie in der zweiten Reihe liegt, von Passanten durchaus übersehen werden. Zumal auch noch ein hoher hölzerner Sichtschutz aufgestellt wurde. Aber hinter dem Zaun und auch weit über die umliegenden Gebäude hinweg ragen große Kräne in die Höhe. Genau gegenüber der Kreisverwaltung an der Nassauerallee wird hinter dem bestehenden Verwaltungskomplex angebaut. Laut Kreisverwaltung sind die Erdarbeiten zum Kellergeschoss schon abgeschlossen, jetzt würden Grund- und Lüftungsleitungen verlegt, zudem werde mit den Betonarbeiten zu den Fundamenten begonnen.

 Wie die Pressestelle des Kreises Kleve weiter mitteilt, haben die Vorbereitungen für den Baustart länger gedauert, als zuvor angenommen worden war. Inzwischen haben die Arbeiten zum Neubau einer Leitstelle für Feuerschutz und Rettungsdienst allerdings begonnen. Das dreigeschossige Hauptgebäude erhält ein neues Verbindungsteil zum bestehenden Gebäude an der Nassauerallee 16.

Zur Begründung des anfänglichen Zeitverzugs heißt es, insbesondere die Umsetzung der technischen Vorgaben sei deutlich aufwändiger gewesen, als dies beim Bau eines üblichen Verwaltungsgebäudes der Fall sei. Viele Fachplaner mussten  sich erst abstimmen. Und das Gebäude wird kein kleines: Die beiden Neubauten haben eine Nettogrundfläche von insgesamt gut 2300 Quadratmetern. Der Kreistag hat für die Errichtung der Gebäude rund 6,6 Millionen Euro bewilligt, wobei Landrat Wolfgang Spreen erst vor wenigen Wochen einräumen musste, dass das Projekt deutlich teurer wird als vermutet, denn ein „Übertragungsfehler“ habe dazu geführt, dass eine Million Euro in der Kostenaufstellung verschwand und dann wieder auftauchte. Obwohl einige Fraktionen darüber recht unzufrieden waren, akzeptierten letztlich alle Kommunalpolitiker, dass Irren menschlich ist und so etwas (leider) vorkommt.

Während die prognostizierte Bausumme jetzt also klar definiert ist, weiß noch niemand, wie teuer der Ausbau wird, denn um alle Lösch- und Rettungswagen schnell an ihr Ziel zu bringen, ist viel Technik nötig. Die Höhe der Kosten dafür werde derzeit noch ermittelt, heißt es aus der Verwaltung. Die neue Leitstelle soll im Spätsommer 2020 bezugsfertig sein. „Ein wichtiger Schritt im Interesse der Bürge im Kreis Kleve“, betont der Landrat.

Derzeit sind es 177 Rettungssanitäter, Rettungsassistenten und Notfallsanitäter, die in den Rettungswachen im Kreisgebiet tätig sind. Zusätzlich gibt es fünf Auszubildende zum Notfallsanitäter sowie 24 Mitarbeiter in der Kreisleitstelle. Jährlich werden laut Verwaltung rund 44.000 Einsätze durchgeführt, davon etwa 25.000 Rettungseinsätze und rund 19.000 Krankentransporte. Außerdem fanden 3000 Brandschutzeinsätze statt. In den vergangenen zwei Jahren war zusätzliches Personal in der Kreisleitstelle und in den Rettungswachen eingestellt worden, auch wurden vermehrt Notfallsanitäter aus- und fortgebildet. Da auch die dezentral im Kreis betriebenen Rettungswachen in den Blick genommen wurde, ist auch in einigen von ihnen in Kürze mit  Verbesserungen oder Ausbau zu rechnen. „Wir haben ein umfangreiches Maßnahmenpaket geschnürt, um unseren Rettungsdienst auf ‚zukunftssichere Beine‘ zu stellen“, so Landrat Spreen.