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Kleves Kämmerer Willibrord Haas geht in den Ruhestand

Kommunalpolitik in Kleve : Kämmerer Haas gibt Amt ab

Zum Ende des Jahres geht der Erste Beigeordnete der Stadt Kleve in Ruhestand. Als Nachfolger wird Rolf Janssen gehandelt, der aktuell die Kreis Klever Abfallwirtschaftsgesellschaft leitet.

15 Jahre als Kämmerer und Erster Beigeordneter der Stadt Kleve sind genug, findet Willibrord Haas. Der 63-Jährige will Ende dieses Jahres in Ruhestand gehen. Das teilte Bürgermeister Wolfgang Gebing dem Klever Stadtrat am Mittwochabend in nichtöffentlicher Sitzung mit, wie die RP aus gut informierten Kreisen erfuhr. Rein formal hätte der Stadtrat das Recht gehabt, trotzdem Haas‘ Wiederwahl zu beschließen. Dieser hätte die Wahl auch annehmen und dann wohl noch ein paar Monate mehr im Amt bleiben müssen. Doch auf dieses Recht verzichtete der Rat wohlmeinend.

Jetzt wird die Stelle des Stadtkämmerers und Ersten Beigeordneten, die nach dem Bürgermeister der zweit höchste Posten in der Stadtverwaltung ist, wohl öffentlich ausgeschrieben. Amtsantritt des Nachfolgers wäre dann der 1. Januar des kommenden Jahres.

Willibrord Haas (parteilos) ist ein waschechter Klever. Hier wurde er am 17. März 1958 geboren, heute wohnt er in Reichswalde, ist verheiratet und Vater von drei Kindern. Der Sohn des ehemaligen Rektors Wilhelm Haas aus Kellen machte 1978 am Stein-Gymnasium das Abitur, trat beim Landschaftsverband Rheinland in Köln die Ausbildung für den gehobenen nichttechnischen Dienst an und war während seiner Laufbahn auch von 1989 bis 1995 in der Stadtverwaltung Kleve tätig.

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Am 1. Januar 2006 trat er in der Schwanenstadt die Nachfolge von Urgestein Heinz Verfondern (†) an. Vorausgegangen war eine Wahl, bei der der damalige CDU-Chef Udo Janssen Haas, der zuvor als Kämmerer der Stadt Bocholt gearbeitet hatte, als Kandidaten vorschlug. Der damalige SPD-Chef Peter Brückner, der auch heute wieder im Stadtrat sitzt, brachte den damaligen USK-Chef Rolf Janssen als Gegenkandidaten. 41 Stimmen wurden ausgezählt, Haas bekam 27, Janssen 14. Im Sommer 2013 wurde Haas dann vom Stadtrat mit 40 Ja- und fünf Nein-Stimmen bei einer Enthaltung für weitere acht Jahre im Amt bestätigt. Während Haas’ Amtszeit waren drei verschiedene Bürgermeister tätig. Bei seinem Amtsantritt war es Theo Brauer (CDU), der Haas, wie Brauer damals betonte, noch von gemeinsamen Erlebnissen aus der Kellener Jugendzeit kannte. Die Zusammenarbeit galt als erfolgreich. Brauer wusste, was er an seinem fachlich versierten und zudem meinungsstarken Kämmerer hatte. 2015, das fiel bereits in Haas zweite Amtszeit, kam Sonja Northing (parteilos) ans Ruder. Die Harmonie zwischen ihnen beiden soll nicht ganz so groß gewesen sein, wie die zwischen Haas und Brauer. Dennoch funktionierte die Zusammenarbeit auf sachlicher Ebene. Im September ging bekanntlich Wolfgang Gebing (CDU) erfolgreich aus der Stichwahl mit Amtsinhaberin Northing hervor. Ihn kennt Haas gut als langjähriger CDU-Vorsitzender.

Auf der Haben-Seite konnte Haas bis heute stets eine finanziell äußerst erfolgreiche Haushaltsführung verbuchen, Kritiker halten ihm, ebenfalls bis heute, unter anderem sein hartes Vorgehen gegen den 1. FC Kleve und eine gewisse Starrhalsigkeit vor.

Rolf Janssen, der sich bei der Kommunalwahl 2020 um den Posten des Bürgermeisters bewarb und mit 24,76 im ersten Wahlgang ein respektables Ergebnis holte, gilt jetzt als einer der möglichen Kandidaten für die Nachfolge von Haas. Zurzeit leitet er die Kreis Kleve Abfallwirtschaftsgesellschaft mbH.