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Kleve: Kleves Geschichte für die Westentasche

Kleve : Kleves Geschichte für die Westentasche

Von der Vorgeschichte bis zur Hochschule zeichnet ein neu aufgelegtes Taschenbuch die Stadtgeschichte allgemeinverständlich und mit vielen Bildern nach. Das Bändchen kostet 9,95 Euro. Autor ist Wolfgang Krebs

Die "Geschichte der Stadt Kleve" ist endlich wieder in einem Bändchen zu haben. Eine kurze knappe Geschichte, einfach erzählt, für jeden verständlich. Vom Mäander des Rheins in grauer Vorzeit und die Hühnengräber im Reichswald über die Römer, die Herzöge und Grafen bis hin zu Museum Kurhaus und Hochschule. Der Klever Autor Wolfgang Krebs stellte das im Pagina-Verlag erschienen schmale wie wichtige Bändchen jetzt in der Buchhandlung Hintzen vor.

Das Buch fehlte, obwohl es eigentlich schon da war: Wolfgang Krebs hatte ein solches Bändchen 1992 zum Jubiläum der Stadt vorgelegt, nachdem sein damaliger Chef, Stadtdirektor Manfred Palmen, postuliert hatte: Für ein Stadtjubiläum braucht man das. Denn es gebe viele viele Bücher zum Jubiläum, aber keinen Gesamtüberblick, erinnert sich Krebs an den Palmen-Auftrag. Also musste der ehemalige Technische Beigeordneter ran, der ja Erfahrung mit Geschichtsbüchern, besonders mit der Geschichte der Juden in der Stadt, hatte. Das Buch erschien damals beim Verlag für Kultur und Technik Lützenkirchen und bald war die erste Auflage vergriffen. Die zweite folgte 1999 und war ebenfalls bald vergriffen.

Es erschienen wieder viele Bücher über Kleve, aber ein griffiger Überblick fehlte. Das Leid hatten die Buchhändler, wenn Touristen oder studentische Neubürger der Stadt nach eben einem solchen Überblick fragten. Also stieß Buchhändler Eckard Erdmann von der Klever Buchhandlung Hintzen den Autor an, ob er sich vorstellen könne, den alten Band fortzuschreiben und neu aufzulegen. Wolfgang Krebs konnte das. In Franz Engelen vom Gocher Pagina-Verlag der B.o.s.s.-Druckerei fanden die beiden einen Verleger, dessen Herz an der heimischen Literatur hängt. Da auch Lützenkirchen bereit war, die einstigen Verlagsrechte an Engelen weiterzugeben, konnte das Unterfangen starten. Der alte, immer noch gültige Text wurde um Museum Kurhaus und den Bau der Hochschule erweitert. Ein Schmankerl: Die Geschichte der Stadt bis 1992 ist in alter, die danach in neuer Rechtschreibung geschrieben.

Die "Geschichte der Stadt Kleve" hat gerade mal 87 Seiten und präsentiert sich als schmales Taschenbuch, das perfekt in die Westentasche passt, wenn man als Tourist oder Student die Stadt historisch erschließen möchte. Den Umschlag ziert ein Stich von Jan van Call aus dem Jahr 1685: Das wunderschöne mittelalterliche Kleve unter der Burg mit Pulverturm und Palas, dem Schwanenturm, einem Stadttor und einer mehrfach gespannten Steinbrücke über den Kermisdal. Auf fast jeder Seite ist ein Bild aus dem großen Schatz der Stiche und Zeichnungen zu Kleve zu sehen, es gibt Fotos und Stadtpläne. Der Band erscheint in einer Auflage von 1000 Stück und kostet 9,95 Euro (ISBN 978-3-944146-55-3).

"Kleve hat eine besondere Geschichte", sagt Krebs. Es sei immer klein gewesen und liege eigentlich in der Provinz - und trotzdem stand es immer wieder im Mittelpunkt der Geschichte. Krebs hob hier als Beispiel die religiöse Toleranz der Klever Grafen und Herzöge hervor. "Das große Pfund, mit dem der Band wuchern kann, ist seine Verständlichkeit. Das verstehen auch Fünftklässler, denen man so kurz und prägnant die wichtige Geschichte ihrer Heimatstadt aufzeigen kann", sagt Sigrun Hintzen von der gleichnamigen Buchhandlung. Stimmt.

Verleger Franz Engelen versprach, sich künftig weiter auf die regionale Literatur zu konzentrieren. Neben dem Band zu Klever Geschichte möchte er eine Fortsetzung des erfolgreichen Reiseführers für den unteren Niederrhein herausgeben, ein Niederrhein-Bildband steht auf dem Programm ebenso wie Engelen einen Kalender mit dem Klever RP-Fotografen Gottfried Evers plant. Stolz ist Engelen, dass es gelang, das Bändchen zur Klever Geschichte ohne Zuschüsse aufzulegen.

(RP)