Kleve: Klever Turmbläser blicken auf 2018

Kleve: Klever Turmbläser blicken auf 2018

Nach dem Jubiläumsjahr zur Erlangung der Stadtrechte vor 775 Jahren kommt im kommenden viel Arbeit auf Politik und Verwaltung zu: Die Stadt entwickelt sich, und vor allem Schulen und Wohnungsbau wollen geregelt sein. Ein Ausblick.

Das Jubiläum "775 Jahre Stadtrechte Kleve" startete mit Beethoven und klang jetzt am Silvestertag mit einem britischen Madrigal aus. Hoch über der Stadt blitzten sogar einmal die Instrumente der Bläser zwischen den Zinnen des Spiegelturmes in der Sonne, die ganz kurz durch das trübe Grau des ausklingenden Jahres hindurchschaute. Die Turmbläser traten pünktlich um 11.45 Uhr und sandten nicht nur all jenen, die die Musik lieben (so der erste Titel) einen wunderbaren Gruß von hoch oben über der Stadt, zu dem sich die beiden schönen Wetterfahnen des Turms im Wind wogen.

Der weite Platz vor dem Marstall war trotz grauen Himmels leidlich gefüllt, etwas mehr als zweihundert Menschen verteilten sich auf den Plätzen, um zusammen mit den Turmbläsern Georg Arntz, Vanessa Verhulsdonk, Niklas Kremers und Jochen Thönneßen das alte Jahr zu verabschieden und das neue zu begrüßen.

Der Platz vor dem Marstall rund um den Großen Kurfürsten füllte sich nach und nach mit Besuchern. Foto: van Offern Markus

Die Klever zogen mit einem Frühstücksbrötchen in pinker Tüte und dem "Coffee-to-go" hinauf zur Burg, manche auch mit den kleinen Enkeln. Der Platz rund um den Großen Kurfürsten war als windgeschützt begehrt, viele wählten auch den Synagogenplatz oder die Fläche vor dem Parkplatz - wegen der guten Sicht. Bürgermeisterin Sonja Northing war aus ihrem Urlaub gekommen und Kulturamtsleiterin Annette Wier sowieso - soll das schöne "Spektakel" hoch oben auf dem Turm doch zu ständigen Kultureinrichtung werden. "Ein schöner Ausklang mit Ausblick aufs Neue Jahr - es wäre eine gute Tradition für die Stadt, das regelmäßig auf die Beine zu stellen", sagte Kleves Kino-Chef Reinhard Berens nach der Veranstaltung.

  • Kleve : 80 Mio. Euro für Klever Schulen

Hinter den Bläsern lag das Jubiläums-Jahr, das von vielen Veranstaltungen geprägt war und als Höhepunkt der Stadt schließlich das Bronzemodell vor dem Rathaus bescherte. Mit Blick auf das Neue Jahr hat die Politik der Verwaltung unter Sonja Northing einiges auf die Fahnen geschrieben. Dazu wird Kleves Kämmerer in den kommenden Jahren tief in die Tasche greifen müssen - stehen doch Schulbaumaßnahmen von fast 80 Millionen Euro in den nächsten fünf Jahren an. Das Ganze muss 2018 auf die Schienen gesetzt werden, soll das hochgesteckte Ziel umgesetzt werden. 2018 wird es keine Entschuldigungen mehr geben können: Die Schulformen stehen fest, die Größe der Schulen ebenso. Es muss "nur" noch geplant werden. Wenn es so glatt läuft wie beim Bau der Berufsschule des Kreises Kleve in Geldern kann die Verwaltung zufrieden sein. Wenn nicht, wird sie wohl auch zugucken müssen, wie der Kreis sein 30-Millionen-Euro-Projekt "Erweiterung der Berufsschule Kleve" mit Hochschularchitekt Eckart Voss aus Hamburg wohl wieder reibungslos über die Bühne bringt, das ebenfalls 2018 startet. Eindringlich haben alle Fraktionen in ihren Haushaltsreden deutlich gemacht, dass es hier jetzt voran gehen muss.

2018 will die Verwaltung auch ein "Wohnungskastaster" in Angriff nehmen: Die neuesten Zahlen des statistischen Landesamtes zeigen deutlich auf, dass es hier in den Kommunen des Kreises eine ziemliche Schieflage zwischen großen und kleinen Wohnungen gibt - wobei in jüngster Zeit vor allem die kleinen Wohnungen gefragt sind. Da wird sich aber schon im kommenden Jahr einiges ergeben: Für 2018 wird die Fertigstellung der Bauten auf dem Union-Gelände erwartet, und der Bau auf der Bensdorp soll ebenfalls beginnen.

Gefragt sind Politik und Verwaltung auch, 2018 endlich das Problem VfL Merkur Kleve in den Griff zu bekommen. Keiner versteht mehr das dauernde Hin- und Her-Geschiebe und Gefeilsche um die Sporthalle auf dem Gelände zwischen Gustav-Hoffmann-Stadion (VfL) und Bresserberg (FC), vielleicht ist der untere Standort direkt am Gustav-Hoffmann-Stadion wirklich der bessere. Das Geld ist da, die Entscheidung muss nächstes Jahr fallen. "Zeitnah muss mit der Verlegung des Sportgeländes VfL Merkur mit dem Bau der zweifachturnhalle begonnen werden", forderte Wolfang Gebing (CDU).

(mgr)
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