Klever Kirmes mit Schützenumzug eröffnet

Volksfest : Kleve startet in die Kirmes

Ein kleiner Regenschauer konnte die Freude nicht trüben: Die Klever Kirmeseröffnung machte Lust auf eine fröhliche Woche, die mit dem Ferienbeginn zusammenfällt. Glücksfall für daheim gebliebene Familien.

13 Schützenvereine aus Kleve und Umgebung, dazu zwei Gilden aus den nahen Niederlanden und ganze zehn Musikvereine waren die Garanten für einen eindrucksvollen Kirmesauftakt in Kleve. Obwohl sich drei Vereine urlaubsbedingt entschuldigt hatten, waren mehr als 500 Akteure auf den Beinen, um den Schützenumzug zum gewohnt großen gesellschaftlichen Ereignis in der Schwanenstadt werden zu lassen. Die Mehrheit der unter 20-Jährigen gönnte vermutlich Eltern und Großeltern die Freude an der Brauchtumsveranstaltung und traf sich schon mal auf dem Kirmesplatz. Da kamen Bürgermeisterin Sonja Northing und ihr Gefolge später natürlich auch noch hin, aber erstmal waren „Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ und all die anderen Attraktionen Ziel des Nachwuchses.

Kirmes in Kleve – das heißt erst einmal den Umzug sortieren. Alles trifft sich am Marktplatz Linde, formiert sich dort und zieht geordnet durch die Hagsche und die Große Straße, die Wasser- und die Gasthausstraße, an der Lohstätte vorbei in die Herzogstraße. Die Feuerwehrkapellen bringen die Königspaare der Vereine zum Paradeplatz Haus Koekkoek. „Das gefällt den Bürgern, insbesondere unseren älteren Mitbürgern, immer besonders gut“, berichtet später die Bürgermeisterin. Zumal der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Kleve und der Spielmannszug der Feuerwehr Reichswalde dazu auch noch die richtige Musik spielen. Weiter geht’s danach über die Hafenstraße zur Bensdorpstraße, wo auch schon das Ziel erreicht ist: die große Wiese am Rilano-Hotel.

Bürgermeisterin Sonja Northing und Schausteller-Chef Dirk Janssen am Freibierfass. Foto: Markus van Offern (mvo)

Markierungen aus Sägemehl im Rasen helfen den Einweisern um Rolf Wingels, die Vereine und Musikzüge richtig zu platzieren, damit das Bild stimmt, alle die Bühne sehen können und auch das Publikum den passenden Eindruck hat. Schon zum 15. Mal hat der große Schützenumzug nun stattgefunden, ein Ereignis, das von den Akteuren einigen Einsatz verlangt. „Erst vergangene Woche habe ich beim Ehrenamtstag all den Freiwilligen gedankt, die Zeit und Energie in solche schönen Feste und viele andere Themen investieren, die für unsere Gemeinschaft wichtig sind“, merkte Sonja Northing an. „Sie bewahren Tradition und Brauchtum, bereichern die Kultur und den Sport – das alles wiegt viel, gerade heute, wo sich alles rechnen soll.“

Ehrende Worte gingen an diesem Nachmittag insbesondere an den Schützenverein „von Schenk“ Schenkenschanz, der in diesem Jahr seinen 90. Geburtstag feiert, und an den Marinespielmannszug Schenkenschanz, der seit 60 Jahren existiert. Ebenfalls den 60. feiert  St. Hubertus Reichswalde.

Mit dem Verweis auf das anstehende Schießen um den Bürgermeisterinnenpokal marschierte die Festgemeinde dann zum Kirmesplatz. Der Fassanstich fand allerdings in sehr kleinem Rahmen statt, denn viele Besucher fanden den richtigen Ort nicht. Das Freibierfass stand nämlich früher anderswo, und wo Traditionen regieren, rechnet man eher nicht mit Neuerungen.

Ein wesentlicher Bestandteil der Klever Kirmes ist der Schützenumzug durch die Stadt. Foto: Markus van Offern (mvo)

Viel wichtiger war ohnehin, die aufregenden Karussells und sonstigen Attraktionen des Rummels auszuprobieren. Anspruchsvollstes Fahrgeschäft für Magen, Mut und  Gleichgewichtssinn ist diesmal fraglos die Attraktion „Dr.  Jekyll and Mr. Hyde“, bei dem eine Achse 42 Meter in die Höhe reicht, eine Beschleunigung bis zu 4G  und eine Spitzengeschwindigkeit von 130 Stundenkilometern auszuhalten ist. Kopfüber schaukelnd im Kreis herum – jeweils acht Helden kreischten pro Fahrt um die Wette.

Im Vergleich dazu sieht die auch nicht langsame Achterbahn „Crazy Mouse“ eher harmlos aus, ordentlich rund und im Kampf mit der Schwerkraft ging es beim „High Impress“ zur Sache. Pommes, Backfisch und gebratene Pilze sollte man besser anschließend als vor dem Karussellvergnügen essen, denn selbst geübte Naturen müssen danach erst mal ein paar Minuten lang tief einatmen.

Eltern kleiner Kinder haben’s netter, sie sehen dem Nachwuchs still verzückt beim Rundendrehen auf dem Kinderkarussell zu. Oder kaufen Zuckerwatte und Paradiesäpfel, nicht ohne das spätere gründliche Zähneputzen zu erwähnen. Einige Verliebte werden mit einem Lebkuchenherz nach Hause gehen.

Kleve Kirmes. Foto: Markus van Offern (mvo)
"High Impress" heißt das Karussell. Foto: Anja Settnik

An den Losbuden, Schießständen und Glücksspielautomaten lässt sich bis Sonntag noch mancher Euro versenken. Und eine Menge Spaß gibt’s dazu.

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