Kleve Klever Kinder werden fit

Kleve · Der "Runde Tisch" des Förderprogrammes "Gesunde Kinder in gesunden Kommunen" konnte erste Erfolge vermelden. Für 190 Klever Kinder hat sich das Projekt deutlich ausgezahlt.

 Professor Roland Naul von der Uni Essen präsentierte im Klever Rathaus die Bilanz des Projekts.

Professor Roland Naul von der Uni Essen präsentierte im Klever Rathaus die Bilanz des Projekts.

Foto: Klaus Stade

Die Aussagen sind erschreckend: Haltungsschäden, Übergewicht, motorische Schwierigkeiten und keine Ausdauer mehr – moderne Grundschulkinder konsumieren viel zu viel im Sitzen. Ungesunde Kost oder Fernsehen und PC – wer ist da der größere Übeltäter? Seit eineinhalb Jahren haben sich vier Klever Grundschulen dem grenzüberschreitenden Projekt "Gesunde Kinder in gesunden Kommunen" (gkgk), angeschlossen und ihre Kids auf Beweglichkeit, Motorik und Ernährung geprüft – und fit gemacht.

Zur Zwischenbilanz kamen rund 15 Interessierte beim "Runden Tisch" im Klever Rathaus zusammen. Eines steht fest: Bei aller Negativ-Entwicklung im Kindesalter "sind die Ergebnisse aus Kleve mehr als vorzeigbar", erläuterte Roland Naul, Universitätsprofessor der Sportwissenschaft und Sportpädagogik an der Uni Duisburg-Essen. Er präsentierte gemeinsam mit Kommunalmoderator Sascha Brouwer Entwicklung und Ergebnisse der vergangenen eineinhalb Jahre, in denen Kleve zu den zwölf am Projekt teilnehmenden Kommunen zählt. Das, was die Auswertung nach dem ersten Motorik-Test ergab, war bereits repräsentativ. Die Klever Kinder lagen im Durchschnitt. Das Erstaunliche: Mädchen waren den Jungen gegenüber geringfügig im Vorteil. Die Testergebnisse aus Lauf- und Springsport, Koordination und Co. hatten sich nach eineinhalb Jahren bereits "deutlich verbessert".

Heinz-Josef van Meegern vom Fachbereich Schule, Kultur und Sport der Stadt Kleve wertete die positiven Ergebnisse des Programms als Pluspunkt der ländlichen Region: "Hier haben die Kinder doch noch mehr Bewegungsfreiheit als anderswo." Das Kernproblem bestehe darin, dass die heutige Kindheit weniger bewegungs- und vermehrt sitzaktiv ist. "Da braucht man sich nicht zu wundern, dass Krafteinsatz, Bewegung, Motorik und Stützmuskulatur eine rückläufige Entwicklung durchmachen", so Naul. In Verbindung mit der Fast-Food-Mentalität kommen dann noch die Kilos hinzu.

Mit dem gkgk-Programm sollen eine gesunde Einstellung zu Sport und Ernährung für die Grundschüler erreicht werden, zudem eine Vernetzung von Schule, Sport und Verein in der Kommune. 190 Klever Kinder sind gestartet – und profitieren inzwischen von einer vierten und fünften Sportstunde in jeder Woche, die in Kooperation mit dem Kreissportbund und örtlichen Vereinen besondere Anreize schafft. Darüber hinaus sind eine differenzierte Sportstunde mit Physiotherapeuten oder Motopäden eingeführt worden sowie sechs Einheiten zum Thema Körper und Ernährung im Sachunterricht, gesundes Frühstück und eine Obsttheke. Finanziert und unterstützt wird das Projekt vom Willibald-Gebhardt-Institut in Duisburg.

(RP)
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