Kreis Kleve: Klever an "Ziegengrippe" erkrankt

Kreis Kleve: Klever an "Ziegengrippe" erkrankt

Die Erkrankung eines 63 Jahre alten Mannes aus dem grenznahen Kleve-Keeken an Q-Fieber - die so genannte "Ziegengrippe" - hat sich bestätigt. Das ergaben die Recherchen des Kreisgesundheitsamtes in den Niederlanden, wo der Erkrankte medizinisch betreut und mit Antibiotika behandelt wird.

Der Erkrankte befindet sich jedoch auf dem Weg der Besserung, wobei schwerere Komplikationen im Krankheitsverlauf bisher nicht aufgetreten sind.

Erkrankungssymptome

Der Niederländer, der in Nimwegen (NL) in einem nicht landwirtschaftlichen Betrieb arbeitet, hatte sich Am Mittwoch beim Kreisgesundheitsamt telefonisch gemeldet und seine Erkrankung mitgeteilt. Wann, wo und wie er sich Erkrankte infiziert hat, ist nicht bekannt. Die ersten Erkrankungssymptome liegen schon einige Zeit zurück.

In den vergangenen Jahren traten im Kreis Kleve keine Fälle der meldepflichtigen Erkrankung auf. Jedoch sind aus den Niederlanden in den jüngsten Monaten vermehrte Q-Fieber-Infektionen bei Menschen und Tieren bekannt geworden. Auch waren Milchzuchtbetriebe in der Nähe von Goch-Kessel und Goch-Hassum auf niederländischer Seite betroffen.

Um sicherzustellen, dass mögliche Infektionen bei Bürgern des Kreises Kleve frühzeitig erkannt werden, hat das Kreisgesundheitsamt die niedergelassenen Hausärzte bereits im Januar über diese bisher hier selten auftretende Infektionserkrankung informiert. Die Milchviehhalter im Kreis sind durch das Kreisveterinäramt ebenfalls informiert. Auffälligkeiten sind bisher nicht bekannt geworden.

Über Staubartikel oder Tröpfchen

Q-Fieber ist eine weltweit verbreitete Erkrankung, die sich von erkrankten Ziegen, Schafen, Rindern und deren Ausscheidungen über Staubpartikel oder Tröpfchen auf den Menschen übertragen lässt. Auch der Verzehr von belasteter Rohmilch kann eine Erkrankung hervorrufen. Der Erreger ist Coxiella burnetii, ein Stäbchenbakterium.

Die Zeit zwischen Ansteckung und Erkrankung beträgt meist 14 bis 21 Tage. Die meisten Q-Fieber-Infektionen beim Menschen verlaufen ohne oder mit nur geringen grippeartigen Symptomen (Fieber, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Abgeschlagenheit). Die Krankheit heilt meist nach ein bis zwei Wochen auch ohne Therapie aus. In wenigen Fällen können jedoch auch schwerere Symptome wie zum Beispiel eine Lungenentzündung oder eine Leberentzündung auftreten.

Bei schwangeren Frauen kann eine Q-Fieberinfektion zu Fehl- oder Frühgeburten führen. Die Erkrankung lässt sich in der Regel durch Antibiotika behandeln.

(jul)