1. NRW
  2. Städte
  3. Kleve

Kleve: Zum sechsten Mal fand am Samstag das „Mifgashtival“ statt.

Festival in Kleve : Musikalisch, kulinarisch, mifgash-tisch

Zum sechsten Mal fand am Samstag das „Mifgashtival“ in Kleve statt. Es wurde viel getanzt und erzählt. So wie das musikalische Bühnenprogramm war auch das gastronomische Angebot vielfältig.

Zwischen der Schwanenburg, dem Klever Landgericht und der alten Synagoge wurde musiziert, getanzt, gegessen und diskutiert. Acht Stunden lang spielten Klever Musiker Lieder aus allen verschiedenen Richtungen und Kulturen. Das Klever Freundschaftsorchester (Klefor) beispielsweise präsentierte gemischte Melodien aus dem Morgen- und Abendland, während die Band Mokes Rock und Folk kombinierte. Das Duo Samantha Archer und Jaron Tripp spielten hingegen auf seinen Instrumenten eine eher ruhige, entspannte Musik. Als Abschluss fand eine stille DJ-Party statt, bei der die Tänzer sich Kopfhörer ausleihen und zur Musik der drei DJs tanzen konnten.

So wie das musikalische Bühnenprogramm war auch die Gastronomie vielfältig, neben Snacks der KinderKulturKüche und gebratenen Kokos-Kugeln, fanden sich Kaffee und Crêpes, sowie Türkische Spezialitäten des Alevitischen Kulturzentrums Emmerich. Außerdem waren einige Vereinsstände anzutreffen, darunter auch alle Parteien außer die AfD und die Linke. “Das Mifgashtival ist ein Fest der Begegnung, und auch die Parteien sind wichtig dafür, sich auszutauschen. Sie bestimmen ja unsere Politik, und sind die Grundlage unserer Demokratie”, sagt Thomas Ruffmann, erster Vorsitzender des Haus Mifgash. Aber nicht nur die Parteien, auch Fridays for Future, die Awo und ein Fairtrade-Stand waren vertreten. Dort wurden Kleidung, Schmuck und Dekoration verkauft, sowie die 17 Nachhaltigkeits-Ziele der Vereinten Nationen präsentiert.

  • Kleve - Joseph Beuys Gesamtschule
    Herbstferien : Musicalferien der Kreismusikschule Kleve
  • Leh Floh, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde,
    Jüdische Gemeinde in Mönchengladbach : Warnungen vor Antisemitismus bei Einweihung der Synagoge
  • Markus van Berlo (links) und Jannik
    Am Wochenende : Fahrrad-Gottesdienst entlang der Klever Wasserläufe

Organisiert wurde das Festival vom Haus Mifgash. Der Verein setzt sich für die Begegnung zwischen Menschen, für den Austausch zwischen verschiedenen Kulturen, Altersgruppen und Religionen ein. So findet jede zweite Woche ein Treffen statt, bei dem jeder einfach zum Austausch eingeladen ist. „Zum Beispiel kommen oft Asylanten zu uns, die Briefe oder Berichte haben, die sie nicht verstehen können. Dann helfen wir ihnen”, erklärt Meliha Zari, die Teil des Vorstands von Haus Mifgash und Spitzenkandidatin für den Integrationsrat ist. Zur Zeit zählt der Verein ungefähr 200 Mitglieder, früher waren es aber auch mal mehr. “Viele von uns gehören eben schon der Silberlocken-Fraktion an“, sagt Ruffmann, “aber wir sind dabei, jünger zu werden.“ Dazu hat Haus Mifgash mit dem Hochschule Rhein-Waal kooperiert, und bietet etwa die Möglichkeit eines Praktikums an, um die Studenten und mehr junge Leute in den Verein zu integrieren. 

Dass das Festival in der Nähe der alten Synagoge stattfand, ist kein Zufall. Erstens tue es der Stadt gut, wenn zentral in Kleve so viele sind, sagt Thomas Raffmann. Außerdem soll an dem Platz der alten Synagoge ein Haus Mifgash entstehen – ein Haus der Begegnung.