Kleve: Zu heiß für Asphalt auf Minoritenplatz

Zu heiß für Asphalt : Sand soll Straßen vor Hitze schützen

Auf dem Minoritenplatz löst sich der Asphalt. Die Umweltbetriebe streuen den Parkplatz und andere Flächen mit Sand ab.

 Von Matthias Grass

Furchen und Abdrücke, die die PKW-Reifen im Straßenbelag hinterlassen haben, blitzen unter der Sandschicht auf dem Minoritenplatz heraus. Kreise, wo im Stand gelenkt wurde, um einzuparken, die typischen Profilmuster, wo sich die Reifen einfach nur so in den Asphalt gedrückt haben. Dem Straßenbelag war nämlich zu heiß geworden, und das nicht nur auf Kleves heiß diskutiertem Minoritenplatz. Der Belag wurde weich, gab einfach nach oder blieb an den Reifen kleben. Der helle Boden der nahen Volksbank zeigt noch die Spuren, die die Pkw, die durch den aufgeweichten Belag gefahren sind, dort hineingetragen haben, der Minoritenparkplatz sieht jetzt aus, wie ein Sandplatz.

Der Sand deckt die Spuren nicht nur ab, er soll auch den Straßenbelag gegen die Hitze des Sommers schützen. „Der Asphalt auf dem Minoritenparkplatz ist stellenweise aufgeweicht. Dies tritt bei stark beanspruchten Straßen und Parkplätzen ab einer Asphalt-Temperatur von mehr als 35 Grad auf“, sagt Jörg Boltersdorf, Sprecher der Stadt Kleve. Vor allem sind Flächen betroffen, die lange der Sonne ausgesetzt sind, wie der Minoritenplatz. Denn zwar dauert der Sommer lange und ist sehr trocken, hatte bis jetzt aber kaum Temperaturen über 30 Grad – wenn nicht die Sonne in eine windstille Ecke knallt und den Boden aufheizt. Dort steigt das Thermometer über besagte 35 Grad, die der hier verbaute Belag wohl nicht verträgt. Dann beginnt sich der Straßenbelag zu lösen.

„Die Umweltbetriebe der Stadt Kleve (USK) haben hierfür einen Einsatzplan und sind nach Auftreten der Probleme umgehend tätig geworden, haben den betroffenen Bereich mit Sand abgestreut“, erklärt Boltersdorf den Einsatz. Das Aufbringen von Sand bekämpfe die Auswirkungen sofort, weiß man bei der USK. Boltersdorf listet weitere Möglichkeiten auf, die die USK noch auf ihrem Einsatzzettel haben, wie das Aufbringen von Splitt sowie „so genannten bituminösen Splitt“, so Der Stadtsprecher weiter. Dieser Bitumen-Splitt verschließe auch die eventuell entstandenen Risse im Asphalt. „Die Entscheidung über den Einsatz der Mittel wird jeweils nach Begutachtung der aktuellen Beschaffenheit des Asphalts getroffen“, erklärt Boltersdorf. Beim Minoritenplatz wie an anderen Stellen in der Stadt also Sand.

Hätte die Verwaltung den Ratsbeschluss zur Wallgrabenzone umgesetzt, wäre die betroffene Fläche am Minoritenplatz, die abgestreut werden müsste, schon deutlich kleiner. Denn eigentlich sollten Teile Asphalt von dem unteren, provisorischen Parkplatz aufgehoben werden und der Grünzug vom Koekkoek-Platz bis zum Kanal längst durchgezogen sein. Dazu sah sich das Bau-Dezernat der Stadt aber außerstande.