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Kleve: Zoll nimmt 73-jährigen niederländischen Drogenhändler in Kleve fest

Für eine halbe Million Euro : 73-Jähriger soll 150 Drogenpakete aus Kleve verschickt haben

Der Niederländer brachte die Sendungen zu Postannahmestellen in Kleve. Insgesamt handelt es sich um Rauschgift im Wert von über 500.000 Euro. Die Ermittlungen gegen die Empfänger laufen noch.

Ein Drogenkurier sieht nicht unbedingt aus wie im Film. Das beweist jetzt eine Festnahme in Kleve. Zollfahndungsbeamte haben bereits in der vergangenen Woche einen 73-jährigen Mann aus den Niederlanden verhaftet, der Drogen im Wert von 532.000 Euro verschickt haben soll. Gegen die Empfänger der mehr als 150 Sendungen wird weiter ermittelt. Das teilte das Zollfahndungsamt in Kleve nun mit.

Doch der Reihe nach: Schon Anfang Mai stellten Beamte nach Hinweisen die ersten 15 Paketsendungen in einer Postannahmestelle in Kleve sicher, in denen sich unterschiedliche Drogen befanden. Woher diese Hinweise kamen, dazu konnte eine Sprecherin auf Nachfrage unserer Redaktion keine Angaben machen.

Nach dem Fund begannen dann die weiteren Ermittlungen unter der Leitung der Staatsanwaltschaft Kleve. In den folgenden Wochen wurden mehr als 150 Postsendungen sichergestellt, neben Paketen auch Briefsendungen. Sie wurden in verschiedenen Annahmestellen in Kleve aufgegeben. Alle enthielten Rauschgift und sollten mehrheitlich an Empfänger im Bundesgebiet gehen. Gegen diese Empfänger wurden ebenfalls Ermittlungsverfahren wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz eingeleitet, die im Anschluss zu weiteren Wohnungsdurchsuchungen, Betäubungsmittelsicherstellungen und Festnahmen im gesamten Bundesgebiet sowie im europäischen Ausland führten.

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Insgesamt wurden Drogen im Wert von mehr als einer halben Million Euro sichergestellt. Die Liste der Substanzen ist lang: Unter anderem wurden 30 Kilogramm Amphetamin sichergestellt, daneben 6000 Stück Ecstasy, über ein Kilogramm Methamphetamin, 330 Gramm Kokain, 80 Gramm Heroin, rund 70 Gramm 4-MMC und zehn Kilogramm Nährböden mutmaßlich als Anzuchtstation für halluzinogene Pilze.

Nach weiteren Observationen durch die Ermittler wurde der 73-jährige Niederländer dann am 8. Juni bei der Einlieferung von neuen Sendungen in einer Postannahmestation in Kleve festgenommen. „Dass durch die Rauschgiftgruppierungen immer wieder versucht wird, möglichst unauffällige Kuriere anzuwerben, bestätigte sich auch hier", sagt eine Sprecherin des Zollfahndungsamtes Essen. Nach einer Entscheidung des Amtsgerichts Kleve sitzt der Mann nun in Untersuchungshaft.

Immer häufiger werden Drogen per Post versendet. Das stellt auch das Zollfahndungsamt Essen fest.  Die Empfänger bestellen hierbei Drogen im sogenannten Darknet und gehen vermeintlich davon aus, dass sie anonym bleiben und die Strafverfolgungsbehörden nicht auf sie aufmerksam werden. Sie fühlen sich sicher. Das Darknet ist sozusagen der versteckte Teil des Internets, in das man nur mit speziellen verschlüsselten Browsern gelangt.

Dieser Fall ist aber nicht der erste, der zeigt, dass diese Sicherheit eine falsche ist. Alleine im Bereich des Zollfahndungsamts Essen wurden im letzten Jahr mehrere tausend entsprechende Ermittlungsverfahren geführt, die zum Teil zu mehrjährigen Freiheitsstrafen für Empfänger von solchen Drogenlieferungen per Post geführt haben.