Kleve: Kleve zeigt Gesicht gegen Rechts

Kleve: Kleve zeigt Gesicht gegen Rechts

"Nazis raus", riefen lautstark Klever Bürger gegen elf junge Demonstranten einer NPD-Kundgebung auf dem Koekkoekplatz. Die für Samstagmittag zunächst vom Verwaltungsgericht Düsseldorf und Oberverwaltungsgericht Münster verbotene Kundgebung des NPD-Kreisverbandes Krefeld/Kleve ist Stunden vorher vom Bundesverwaltungsgericht aufgehoben worden. Düsseldorf und Münster hatten das Motto der Demonstration "Todesstrafe für Kinderschänder/Gegen Inländerdiskriminierung" als Gefahr für die öffentliche Sicherheit angesehen. Diese Verbotsverfügung sei vom Bundesverwaltungsgericht gekippt worden, so die Kreispolizei.

"Nazis raus", riefen lautstark Klever Bürger gegen elf junge Demonstranten einer NPD-Kundgebung auf dem Koekkoekplatz. Die für Samstagmittag zunächst vom Verwaltungsgericht Düsseldorf und Oberverwaltungsgericht Münster verbotene Kundgebung des NPD-Kreisverbandes Krefeld / Kleve ist Stunden vorher vom Bundesverwaltungsgericht aufgehoben worden. Düsseldorf und Münster hatten das Motto der Demonstration "Todesstrafe für Kinderschänder / Gegen Inländerdiskriminierung" als Gefahr für die öffentliche Sicherheit angesehen. Diese Verbotsverfügung sei vom Bundesverwaltungsgericht gekippt worden, so die Kreispolizei.

Kleves Bürgermeister Theo Brauer hatte am Morgen wenige Stunden vor der Mahnwache auf dem Koekkoekplatz per Handy die Fraktionschef im Rat zu einer Spontanversammlung aufgerufen. Die Politiker organisierten dann im Handumdrehen in einer Telefonkette die Gegendemonstration. Etwa 150 Bürger, darunter etliche Stadtverordnete und die Kolpingsfamilie mit ihrer Fahne, zeigten Gesicht gegen Rechts. Die jungen Teilnehmer, die dem NPD-Aufruf zur Mahnwache gefolgt waren, hatten sich am Bahnhof versammelt und waren unter den Augen der Wuppertaler Bereitschaftspolizei in die Stadt gezogen. Zunächst sollte die Mahnwache am Fischmarkt stattfinden. "Doch die Polizei hatte in Gesprächen mit dem Veranstalter der Mahnwache erreicht, dass die Demonstration auf den Koekkoekplatz verlegt wurde", sagte Brauer den Ordnungshütern Dank. Die Kundgebung hätte den Einkauf am ersten langen Samstag im Advent doch erheblich gestört. Mit einem deutschen Kollegen ging der niederländische Polizist George den Teuling auf Streife, um Käufer aus dem Nachbarland über das ungewohnte Bild in Kleve aufzuklären. Brauer kommentierte den Anblick auf elf junge Menschen, die für die Todesstrafe eintraten, mit den Worten: "Ich bin tief erschüttert."

(RP)
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