Kleve: Zehn Jahre Hochschule Rhein-Waal

Zehn Jahre Hochschule Rhein-Waal : Hochschule feiert runden Geburtstag

Mit einer großen Fete, dem Tag der offenen Tür und dem Schwanenritter-Rennen feiert die Hochschule Rhein-Waal ihr erstes rundes Jubiläum in der Kreisstadt Kleve.

Die Stimmung auf dem Campus am Klever Hafen unter der Frühlingssonne ist locker, geradezu cool. Studenten, Bürger, Schüler, Dozenten, Professoren und Politiker treffen an den zwei Tagen der Jubiläums-Fete der Hochschule Rhein-Waal schlendernd aufeinander, tauschen sich aus, genießen die prächtige Anlage des Campus am Wasser mit dem vielen Grün.

Das frisch gebraute Bier, gut gekühlt von Maschinenbaustudent Prem Sai Kumar serviert, schmeckt köstlich. Zusammen mit Carolin Ade, Christian Lange, Chantal Gnade, Katrin Berns und Jacquelin Hesen hat der Inder das Bier gebraut. Beteiligt waren der Maschinenbau mit Prof. Joachim Gebel und die Lebenswissenschaften (Life Science) mit Prof. Joachim Fensterle. Interdisziplinär eben: Die einen machen die Prozessanordnung und fügen sauber Hopfen und Malz zusammen, die anderen bauen die Technik. Interdisziplinarität ist einer der Grundpfeiler der Hochschule Rhein-Waal, die Freitag und Samstag ihren 10. Geburtstag in Kleve feierte und am 14. und 15. Juni in Kamp-Lintfort, dem weiteren Standort, feiern wird.

Moderator Daniel Danger (Mitte) im Gespräch mit Kleves Bürgermeisterin Sonja Northing (3.v.l.), rechts daneben Landrat Spreen (4.v.r.) und Gründungspräsidentin Marie-Louise Klotz (3.v.r.). Foto: Markus van Offern (mvo)

Interdisziplinär ist auch die Organisation des U-Boot-Teams von Prof. William Megill. Die Boote mit den der Natur abgeguckten Antrieben werden stolz präsentiert. Im vorigen Jahr gewann Studentin Sarah Luckhart als Pilotin des Bootes in England einen Preis mit „Rivershark“, das allein von Muskelkraft betrieben 2,7 Knoten Tempo machte. Jetzt steht Mike Anfang neben der Röhre, die von vielen Klevern und künftigen Ingenieuren begutachtet wird. Anfang studiert Internationale Beziehungen und ist fürs Marketing des neuen Bootes zuständig, das kommendes Jahr in Frankreich starten wird. Die Technik machen Bioniker und Ingenieure.

Interdisziplinär, international, innovativ – so baute Gründungspräsidentin Marie-Louise Klotz die neue Hochschule 2009 auf. Zehn Jahre später verbeugt sich ihr Nach-Nachfolger Eberhard Menzel: „Ich ziehe den Hut vor Marie-Louise“, sagt der noch amtierende HSRW-Präsident, der parallel zu Kleve 2009 die Hochschule Ruhr-West in Mülheim/Bottrop aufbaute, zur feierlichen Eröffnung des Jubiläums.

Marie-Louise Klotz sei bei der Entwicklung der neuen Hochschule in Kleve immer meilenweit voraus gewesen. Man sei staunend 2010/11 durch den Rohbau des Campus gelaufen, der 2012 eröffnet wurde. Was auch möglich geworden sei, weil der damalige Klever Bürgermeister Theo Brauer das Hafengelände stadtplanerisch vorbereitet hatte. Der Neubau Ruhr-West wurde erst 2016 fertig, als er bereits in Pension war, blickt Menzel zurück. Den Hut, den er dann verbeugend vor Marie-Louise Klotz zieht, hat er sich eigens für die Podiumsdiskussion am Freitagabend besorgt. Klotz bekam den größten Applaus des Abends. Sie sei stolz, glücklich und dankbar, an diesem Werk von vielen maßgeblich beteiligt gewesen zu sein, sagt Klotz, und grüßt ihren Mitstreiter der ersten Stunden, den Kanzler der Uni-Düsseldorf, Martin Goch. Landrat Wolfgang Spreen spricht vom „Wunder für die Region“, an das, elf Jahre zurückgedacht, keiner geglaubt hätte. Von Moderator Daniel Danger nach der schwierigsten Hürde gefragt, sagt Spreen: „Wir hatten nur zwölf Wochen für das Auslobungsverfahren.“ IHK-Geschäftsführer Stefan Dietzfelbinger spricht von den jungen Menschen, die in der Region bleiben, Kreiswirtschaftsförderer Hans-Josef Kuypers freut sich über die vielen neuen Facetten, die sich für die Wirtschaft auftun, Kleves Bürgermeisterin Sonja Northing über die Vorbildfunktion der Hochschule. Nach der Diskussion wurde gefeiert – zu Live-Musik und zu DJ Frdy.

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