1. NRW
  2. Städte
  3. Kleve

Kleve: Wohnquartier Union Gelände

Endspurt auf dem Union Gelände : 97 Wohnungen in der „Schlange“

Der geschwungene Bau entlang der neuen Straße im Union-Gelände wächst empor. Er ist das letzte Glied im neuen Wohnquartier auf dem ehemaligen Uniongelände und soll im dritten Quartal 2019 bezugsfertig sein.

Der Wandel auf den ehemaligen Industrieflächen zwischen Kleve und Kellen nimmt Form an: An der ehemaligen Kakao-Fabrik Bensdorp sind die Häuser auf dem Dach des Netto-Marktes kurz vor der Fertigstellung, die alte Halle am Gründerjahrebau wurde abgerissen. Auf der anderen Seite der  van-den-Bergh-Straße, wo einst die „Union“ stand, geht es ebenfalls Schritt für Schritt weiter. Der letzte Bauabschnitt ist in Angriff genommen. Hier wächst die so genannte „Wohnschlange“ aus dem Boden heraus, das letzte große Gebäude in diesem vorderen teil des künftigen Quartiers.

Die ersten Abschnitte des lang gestreckten, geschwungenen Gebäudes sind bereits im Rohbau fertig, bald folgt die Kurve und im Spätsommer 2019 (drittes Quartal) sollen die ersten Wohnungen bezogen werden. „Drei der vier Abschnitte sind derzeit in Bau“, sagt ein Sprecher der Bauherrengesellschaft, die als Investor für das Vorhaben „Wohnpark Union“ verantwortlich zeichnet. Bis dahin wird das ganze Quartier so weit sein, dass dort Leben einzieht, dann wird auch die zum Plan gehörende Grünanlage zwischen den Häusern angelegt.

Architekt Klaus Völling aus Goch hatte der Klever Bauherrengemeinschaft ein Quartier versprochen, in dem Wohnraum für Familien, für alte Menschen, für Menschen, die Pflege möchten, für Jung und Alt entsteht. Das Konzept überzeugte, so dass es Landesmittel zur Quartiersförderung gab. „Alle Wohnhäuser bieten sowohl geförderten als auch frei finanzierten Wohnraum“, erklärte Völling bei der Vorstellung der Pläne. Insgesamt sind zwei Drittel der Wohnungen gefördert. Investoren, Stadt und Architekt wollen dort wertige Bauten hochziehen. Die Balkone werden von gemauerten Säulen getragen, die rote Klinkerfassade wird von einem hellen Klinkerband aufgelockert. Die Gebäude orientieren sich in der Höhe der gegenüberliegenden Bensdorp und an der Klinkerfassade der denkmalgeschützten Union-Halle, die das Quartier abschließt. Das wurde in einem „Vertrag“ mit der Stadt Kleve und dem Fachbereich Planen und Bauen abgestimmt.

Drei große Wohnhäuser entlang der van-den-Bergh-Straße, die jeweils 18 Wohneinheiten haben, sind dabei, fertig zu werden und teils schon von den Gerüsten befreit. In der „Wohnschlange“ entstehen derzeit  97 weitere Wohnungen. Hier sind die beiden unteren Etagen für geförderten Wohnungsbau vorgesehen, die dritte Etage und das Staffelgeschoss sind frei finanziert. Jede Wohnung hat einen Balkon zur Grünanlage hinaus. Im Gegensatz zu den Vorderhäusern an der Straße bekommt der Wohnriegel eine hell verklinkerte Fassade, nur die Treppentürme sind rot. „Es sind die gelblichen Steine, die die Wohnhäuser an der Van-den-Bergh-Straße gliedern, die hier die Fassade bestimmen werden“, so die Bauherrengemeinschaft. In der Kurve entsteht ein Quartiers-Treffpunkt.

Die „Schlange“ ist als Riegel notwendig, um das Wohngebiet neben der Hochgarage gegen die Geräusch-Emissionen des Unilever-Werkes abzuschirmen. Das wurde so vom Rat der Stadt beschlossen, der keinerlei Gefährdung der Arbeitsplätze riskieren wollte. „Wir haben deshalb zur Straße, also auch zum Unilever-Werk, nur Küchen und Bäder und eine Erschließung über Laubengänge“, erklärt die Bauherrengemeinschaft. Die Wohnungen öffnen sich hingegen zum künftig begrünten Innenbereich des Geländes. Zur Erschließung wird die Stadt Kleve neue Straßen bauen, die einerseits den Zugang zum Unilever-Werk erschließen und andererseits an den Wohnungen entlang führen.

Unmittelbar zur Grenze der Industrieanlage steht noch das große Parkhaus, das ebenfalls die Wohnanlage abschirmt. Zwischen dem Wohnriegel entlang der neuen Erschließungsstraße und dem Wohngruppenhaus, das etwas zurück von der van-der-Bergh-Straße auf einer Linie mit der denkmalgeschützten Unionhalle liegt, entsteht ein Platz, der genau auf den aufwendig gestalteten Giebel dieser Halle ausgerichtet ist. Eine Lösung, wie diese Halle künftig belebt werden könnte, scheint allerdings noch nicht in Sicht zu sein. Für die Nahversorgung des Viertels sorgt der auf der anderen Seite liegende Netto-Markt auf der Bensdorp, auf dessen Dach die Häuser fertig werden.