1. NRW
  2. Städte
  3. Kleve

Kleve: Weltkriegs-Bombe in Innenstadt gefunden und entschärft.

Erneut große Evakuierung : Bombe in Kleve ist entschärft

Am Mittwoch kurz vor Mitternacht wurde in Kleve ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft. Zuvor mussten 4500 Menschen evakuiert werden, darunter auch die Bewohner zweier Seniorenheime. Es ist die vierte Bombenentschärfung in Kleve in wenigen Wochen.

In direkter Nachbarschaft zur Stiftskirche ist in Kleve die dritte Weltkriegsbombe innerhalb weniger Wochen gefunden worden, die vierte im gesamten Stadtgebiet. Sie konnte am späten Mittwochabend entschärft werden.

4500 Menschen mussten ihre Häuser verlassen, kurz vor Mitternacht konnten sie zurückkehren. Vor allem für die Bewohner der Seniorenheime war der Tag eine Strapaze. „Es dürfte drei Uhr werden, bis alle Senioren wieder in ihren Häusern angekommen sind“, sagte Jörg Boltersdorf, Sprecher der Stadt Kleve.

 Auf dem Gelände in unmittelbarer Nähe der Stiftskirche wurde die nächste Fliegerbombe gefunden.
Auf dem Gelände in unmittelbarer Nähe der Stiftskirche wurde die nächste Fliegerbombe gefunden. Foto: Markus van Offern (mvo)

Die Entschärfung verzögerte sich, weil immer wieder Menschen in den Sicherheitsbereichen auftauchten. Von der Evakuierung betroffen waren erneut zwei Seniorenheime. Es handelte sich zwar – anders als zuletzt – um eine Fünf-Zentner-Bombe, wie es von der Stadt heißt. Da sie aber eine hohe Sprengwirkung besitzt, seien die Sicherheitsbereiche wie für eine Zehn-Zentner-Bombe eingerichtet worden. Erschwerend kam hinzu, dass der Blindgänger mit einem Säurezünder ausgestattet ist. Weil die Bombe bei Erdarbeiten bewegt wurde, konnte nicht ausgeschlossen werden, dass der Langzeitzünder dabei aktiviert wurde. Deshalb musste der Sicherheitsbereich so weit gewählt werden, wie bei einer Zehn-Zentner-Bombe.

 Der Sicherheitsbereich.
Der Sicherheitsbereich. Foto: GRAFIK: OPENSTREETMAP, FERL
  • Innenstadt evakuiert : Bombe in Kleve entschärft – 4500 Menschen können zurück in ihre Häuser
  • Immer wieder kommt es in Kleve
    Blindgänger in Kleve : Bombe an der Küppersstraße entschärft
  • Das Grundstück in Kleve.
    Bombenentschärfung in Kleve : Drei Evakuierungen in sechs Wochen – Vorgehen wirft Fragen auf

Auch bei der Kommunikation gab es am Mittwochabend Probleme: Unter der Vielzahl der Aufrufe war die Internetseite der Stadt Kleve, auf der es auch einen Live-Ticker zur Bombe gab, zusammengebrochen und zeitweise nicht mehr zu erreichen.

Erst am Samstag war nur wenige Meter entfernt ein Blindgänger entschärft worden. Vor sechs Wochen wurde ebenfalls eine Bombe in dem Bereich Kapitelstraße/Nassauer Mauer/Von-Galen-Straße gefunden. Dort befindet sich die kirchliche Baustelle für das neue Pfarrheim und die neue Familienbildungsstätte. Propst Johannes Mecking kann den Frust der Anwohner, die nun zum dritten Mal ihre Häuser verlassen mussten, nachvollziehen, sagt er. „Gerade für die Bewohner der Seniorenheime ist das eine große Belastung.“

Mecking erklärt, wie die dritte Bombe gefunden wurde: „In der kommenden Woche sollte endlich auch die zweite Baufläche sondiert werden. Dafür hat der Bagger vorbereitende Maßnahmen durchgeführt. Dabei ist er dann auf die Bombe gestoßen.“ Mit der Situation sei niemand glücklich. „Aber wir befinden uns nicht in der Lage, weil wir uns das so gewünscht haben. Wir hätten auch lieber gehabt, wenn alles auf einmal sondiert worden wäre“, sagt er. Das Wichtigste sei, dass niemand zu Schaden komme.

Zum Hintergrund: Auf der Fläche werden zwei Grundstücke bebaut. Das eine, auf dem das neue Pfarrheim entstehen soll, ist bereits vollständig sondiert, wie Mecking sagt. Das andere, auf dem eines Tages die Familienbildungsstätte steht, aber noch nicht.