Kleve: Wasser für den Reichswald und seine Tiere

Stadtwerke und Forst: : Wasser für den Reichswald

Wie wichtig die Wasserstellen für die Tiere im Reichswald sind, zeigte der Dürresommer 2018. Er zeigte auch, dass sie saniert werden musste. Die Stadtwerke Kleve  halfen dem Regionalforstamt finanziell.

Lehm. Idyllisch liegt das Wasser zwischen den Bäumen, die Oberfläche leicht vom Wind gekräuselt. Die Sonne, die ab und an durch die Wolken scheint, setzt ein paar Lichtflecken auf den Tümpel. Der Mini-See zwischen den Bäumen wirkt wie ein natürliches Gewässer, ist aber künstlich angelegt.  Man braucht Lehm, damit das Wasser hier stehen  bleibt.  Als Sohle für einen Tümpel, der Regenwasser sammeln soll und dann als Tränke dient, als Heimstatt für Insekten, für Echsen und Frösche. Der Mücken,  Wildbienen und Libellen dankbares Biotop ist.

„Nach einer gewissen Zeit kann ein solcher Tümpel auch verlanden“, sagt Förster Joachim Böhmer. Die Gewässer in seinem Forstbezirk Materborn des Regionalforstamt Niederrhein im Reichswald konnte der Förster jetzt mit Hilfe der Stadtwerke Kleve wieder erneuern. Denn in die Tümpel und Miniseen unter Bäumen fällt das Laub und bildet eine Humusschicht, so dass sich kein Wasser mehr in der Mulde sammelt. „Wir haben acht dieser Kleingewässer im Forstbetriebsbezirk Materborn jetzt instandsetzen und optimieren können“, sagt Böhmer.

Zusätzlich wurden zwei neue Gewässer gebaut, indem man eine flache Mulde ausgehoben und den Boden mit heimischen Lehm belegt hat. Denn der Dürre-Sommer 2018 hat gezeigt, dass noch zusätzliche Wasserstellen für die Fauna gebraucht werden. „Die Kleingewässer dienen nicht nur den heimischen Wildtieren als Tränke in Trockenperioden, sondern Rot-, Reh- oder Schwarzwild nutzen sie zudem als Suhlen für die Wärmeregulation“, erklärt der Förster. Zudem profitieren Insekten von der ökologischen Aufwertung der Kleingewässer, fügt er an.

Den Stadtwerken sei es ein Anliegen gewesen, den Forst zu unterstützen, unter dessen Grund sie das Trinkwasser herausholen, sagt Böhmer. Rolf Hoffmann, Geschäftsführer der Stadtwerke Kleve, erklärt, dass die Umwelt unter den Klimaänderungen leide, wie der lange, trockene Sommer mit dem für die Natur völlig unzureichenden Regen gezeigt hat. Böhmer und Hoffmann stehen an einem der Tümpel, ein ovales „Wasserloch“, ebenfalls mitten im Wald, ebenfalls gerade fertig geworden.

„Das gilt auch für den Reichswald, aus dem die Stadtwerke Kleve das Trinkwasser für die fünf Städte ihres Wasserversorgungsgebietes fördern. Zur weiteren Sicherung der hohen Qualität des Trinkwassers ist es den Stadtwerken Kleve wichtig, dass dieses Gleichgewicht im Reichswald geschützt wird“, erklären die Stadtwerke in einer Pressemitteilung. Deshalb haben das Regionalforstamt und die Stadtwerke zur Förderung der Vielfalt an Pflanzen und Tieren die Tümpel geschaffen – die Stadtwerke haben  die Mittel gegeben, Böhmer hat es umsetzen lassen.

Und wenn 2019 noch ein Dürresommer folgen sollte: „Die Kleingewässer können mit einem Wassertankfahrzeug angefahren und aufgefüllt werden“, sagt Böhmer. Schwarz und Rotwild und Insekten wird’s freuen.

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