1. NRW
  2. Städte
  3. Kleve

Kleve: Was wird aus der alten Schule in Griethausen?

Kleve : Was wird aus der alten Schule in Griethausen?

Seit den Sommerfreien stehen die Gebäude im Ort leer. Die Kinder werden jetzt in der sanierten Montessorischule an der Spyckstraße unterrichtet. Was auf der Fläche und was mit der Turnhalle passiert.

Still, fast idyllisch liegt sie mitten im Dorf, umgeben vom Grün, von einem großen Hof und den niedrigen  späteren Nebengebäuden. Seit Ende des 19. Jahrhundert, seit gut 130 Jahren war Griethausen Schulstandort. Zunächst mit einer Volksschule, dann wurde daraus eine Grundschule. Im neuen Jahrtausend entschied man sich in dem Ort am Altrhein, hier, um den Schulstandort zu sichern, nach Maria Montessori zu unterrichten. Das war 2007, seit 2010 arbeiten die Klassen dort Jahrgangsgemischt. Es funktionierte bestens. So gut, dass es Wartelisten gab und die Schule zu klein wurde, wie es 2014 im Schulausschuss hieß.

Jetzt ist es still rund um die alte Schule, kein „Schellen“ klingt durch den Ort, in den Pausen gibt’s keinen Trubel auf dem Hof mehr. Zwar kündet noch eine große Schrift am Giebel des Altbaus von der „Montessorischule Kleve“, doch seit den Sommerferien sind die Kinder weg: Die Schule in Griethausen wurde mit der Unterstadtschule zusammengelegt, diese, die ehemalige „Spyckschule“, wurde von der Stadt aufwendig ausgebaut und modernisiert zu einer Vorzeigeschule, in der die Schüler der Unterstadt und die aus Griethausen unterrichtet werden. Und weil das weiter nach Maria Montessori geschieht, zieht die Schule Kinder aus dem ganzen Stadtgebiet.

  • Sind die Turnhallen in den Ferien
    Hallen-Sperrung in den Ferien : Klever Sportvereine sind weiter irritiert
  • WTM organisierte beispielsweise den „Sandkasten“ mit
    Klever Politik : Offene Klever: WTM soll sich neu aufstellen
  • Levi Jungbluth 1000. Baby Kleve
    In der Nacht zu Sonntag : Das tausendste Klever Baby ist da

Die Gebäude in Griethausen stehen dagegen leer. „Über viele Jahre und Jahrzehnte hatten wir mit unserer Schule ein wunderschönes Zuhause in Griethausen, einem Ort, in dem wir uns immer wohl gefühlt haben und willkommen waren. Wir hatten eine herrliche Zeit in Griethausen, an die wir uns immer wieder gerne erinnern werden“, schrieb Petra Fröhlingsdorf für die Kinder und die Lehrerschaft an die Kirchengemeinde. Corona verhindere einen „richtigen“ Abschied.

In Griethausen fragt man sich inzwischen: Was wird aus unserer Schule? Denn zwar wird seit 2014 die Schließung diskutiert, wurde die Schließung der Schule 2015 auch beschlossen und jetzt 2021 auch vollzogen – doch eine Nachnutzung von Schule und Turnhalle wurde bislang nicht diskutiert. Immerhin liegt das Grundstück inmitten des Ortes, gegenüber wurde ein Seniorenheim gebaut. Reißt man die Schule ab, würden dort Grundstücke entstehen: Für Einfamilienhäuser, für andere Bauten. Und was aus der Turnhalle wird, wüsste man in Griethausen auch gerne.

„Zunächst bleibt die Schule stehen“, sagt Kleves Bürgermeister Wolfgang Gebing auf Nachfrage unserer Redaktion. Über einen Abriss könne man zwar sicherlich langfristig nachdenken, aber mittelfristig brauche die Stadt das Schulgebäude noch als Reserve. „Wir haben noch sehr viele Schulbauten und Schulsanierungen vor uns, die ja Priorität in der städtischen Planung haben“, sagt Gebing.

Die Erfahrung bei Umbau- und Sanierungsarbeiten in den Schulen der Stadt habe aber gezeigt, dass man schulische Raum-Reserven brauche. „Derzeit wird die Joseph-Beuys-Gesamtschule beispielsweise Räume der Lutherschule nutzen“, sagt Gebing. Vorher waren hier Züge des Stein-Gymnasiums untergebracht, als der Altbau der Klever Traditions-„Penne“ aufwendig saniert wurde. Damit bliebe der Bau, vielleicht auch abwechselnd mit verschiedenen  Schülern belebt, den Griethausern noch mehrere Jahre erhalten.

Die Sporthalle hingegen will Kleves Bürgermeister nicht zur Diskussion stellen. „Wir brauchen alle Sporthallen im Stadtgebiet, nicht nur für den Sport sind sie wichtige Treffpunkte“, sagt der Bürgermeister.