Kleve: Walter Heicks von heicks und tutenberg ist jetzt Brot-Sommelier

Genussbotschafter in Kleve : Bäcker Heicks ist jetzt Brot-Sommelier

Der Klever Bäckermeister Walter Heicks beendete seine Ausbildung zum Genussexperten in Sachen Brot.

Der 66 Jahre alte Bäckermeister und einer der Geschäftsleiter der insgesamt zwölf Handwerksbäckereien Heicks & Teutenberg, Walter Heicks, darf sich offiziell als geprüfter Brot-Sommelier bezeichnen. „Ich habe die Prüfung mit einer sehr guten Note bestanden. Darauf bin ich stolz“, sagt er. Brot ist für ihn ein Stück Lebensgefühl, wie er sagt. Deshalb habe ihm der Titel eines Bäckermeisters nicht gereicht. Er ist jetzt der einzige Brot-Sommelier im Kreis Kleve.

Wie riecht und schmeckt das Brot? Wie sieht es aus? Was für eine Oberfläche oder Farbe hat es? All das muss ein Brot-Sommelier erkennen können. Eines der Hauptthemen in seiner Ausbildung sei die Verzehrempfehlung, sagt er. Dabei kommt es darauf an, dass die „Schlüsselaromen passen müssen“, so Heicks. „Zu einem Müslibrot passt ein Ingwer- oder Lakritz-Schokoladenaufstrich oder ein leckerer Schnittkäse. Auch das Zusammenspiel von Käse und Erdbeeren funktioniert sehr gut“, sagt Heicks. Auf dem ersten Blick klingen die Kombinationen ungewöhnlich. Doch für die verschiedenen und neuen Kreationen arbeitet Heicks mit seinem Konditormeister Michael Nieten zusammen. Er ist seit einem Jahr Schokoladen-Sommelier. „Wir sind Botschafter des guten Geschmacks“, sagt Nieten und ist der Meinung, dass die Zusammenarbeit verschiedener Sommeliers förderlich sein kann. Diese neuen Erkenntnisse möchte Heicks gemeinsam mit Nieten in seinem Betrieb anwenden.

Walter Heicks (r.) mit Fernsehkoch Johann Lafer. Foto: Walter Heicks

Der Lehrgang des Brot-Sommeliers umfasst sieben Handlungsfelder. Darunter werden Themen wie die deutsche Brotkultur, -geschichte und -kunde behandelt. Auch Kenntnisse im betriebswirtschaftlichen Bereich werden seitens der Handwerkskammer geprüft. Insgesamt neun Prüfungen und eine Abschlussarbeit musste Heicks am Ende der Ausbildung bestehen, um sich staatlich anerkannter Fachmann für Brot nennen zu dürfen. Ein wesentlicher Bestandteil seiner Abschlussprüfungen war seine Projektarbeit rund um das Thema Brot und Bütterken. Um festzustellen welches Brot mit welchem Aufstrich in welcher Region favorisiert wird, befragte er 576 rechts- und linksrheinische Niederrheiner sowie die Niederländer. Hierbei stellte Heicks fest, dass „am linken Niederrhein die Süßen wohnen.“ Denn der süße Bütterkenbelag wurde mit rund 33 Prozent mehr gewählt als der Wurstbelag. Außerdem hatte Heicks im Rahmen dessen, ein „Bütterken-Duell“ veranstaltet und das Beste Bütterken gesucht. Die Rezepte und Geschichten der Teilnehmer hat Heicks in einem „Bütterken-Buch“ festgehalten, das er in seinen Geschäften zum Preis von fünf Euro anbietet.