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Kleve: Verteilnetzbetreiber Westnetz investiert in seine Umspannstation an der Emmericher Straße

Großprojekt bis 2023 : Millionenprojekt: Kleves 74-Tonnen-Traffo

Verteilnetzbetreiber Westnetz investiert kräftig in seine Umspannstation an der Emmericher Straße. Beide Transformatoren werden erneuert, der erste ist nun in Kleve angekommen. Noch bis 2023 dauert das Großprojekt.

Glühende Hitze hin oder her, die Arbeiter der Westnetz-Baustelle an der Emmericher Straße müssen ranklotzen. „Man sollte bei dem Wetter vorsichtig sein. Wir achten sorgsam darauf, dass unsere Mitarbeiter ausreichend trinken und essen. Immer wieder sollen sie auch den Schatten aufsuchen“, sagt Projektleiter Jürgen Tünnesen. Und dennoch gilt: Lange Kleidung und Schutzhelm sind auf dem Bau Pflicht. „Da sind wir streng. Auf einer so großen Baustelle lauern immer mal Gefahren. Da darf niemand ohne die entsprechende Einweisung und Ausrüstung herumlaufen“, sagt er.

Doch es sind nicht nur ob der rekordverdächtigen Temperaturen aktuell besondere Tage für den Techniker. Der Grund: Am Donnerstagmorgen um 6 Uhr arrivierte ein Kölner 74-Tonnen-Schwertransporter mit dem neuen Stromtraffo auf der Innogy-Station Kleve. „Der Transporter hätte keine Minute später sein dürfen, denn nach 6 Uhr darf man mit einem solchen Transporter nicht mehr durch Ortschaften fahren. Wir sind sehr froh, dass alles geklappt hat“, sagt Tünnesen. Für den Transport brauche man eine Spezialgenehmigung, der Projektchef spricht von einem „logistischen und technischen Kraftakt“.

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Von dem Stromverteilzentrum im Herzen Kleves wird das gesamte Stadtgebiet mit Strom versorgt. Bisher befanden sich noch zwei verschiedene Umspannstationen vor Ort. Im Zuge der Energiewende aber werden die bestehenden Stromkreise umgebaut und modernisiert. Bis November soll der nun gelieferte Traffo vollends in den Betrieb integriert werden, innerhalb der nächsten drei Jahre ein zweiter. „Das alles muss während des laufenden Betriebs geschehen. Wir können nicht wie bei einer Autobahn oder bei der Bahn sagen, dass die Straße nun halt geschlossen ist oder die Züge nicht mehr fahren. Von uns erwartet man zurecht eine Stromgarantie“, sagt Tünnesen. Mittlerweile sei es mitunter so, dass im Hochsommer gar mehr Strom verbraucht würde als im Winter. Schließlich heizen immer weniger Menschen im Winter mit Strom, dafür avancieren energieintensive Klimaanlagen zum Standard in vielen Haushalten. Die Stromkreise werden neugebaut, optimiert oder erneuert. Zum Hintergrund: Hochspannungsschaltanlagen sind die Schaltstellen im Verteilernetz. Über diese wird die elektrische Energie von Kraftwerken zum Endverbraucher übertragen. „Hier findet der Stromtransport diskriminierungsfrei statt: Wir bringen jeden Strom jedes Produzenten zum Kunden“, sagt Tünnesen. Bei den hiesigen Transformatoren findet die Spannungsumwandlung von 110.000 Volt auf 10.000 Volt und die Einspeisung ins örtliche Netz statt.

„Der neue Transformator ist leistungsstärker und effizienter. Für uns steht aber vor allem die Sicherheit an erster Stelle: Während des gesamten Umzugs und des Neubauvorhabens möchten wir eine zuverlässige Stromversorgung gewährleisten“, sagt Oliver Sauerbach, Leiter des Westnetz-Regionalzentrums Niederrhein. Künftig wird die Anlage voll digitalisiert sein, platzsparender und vor allem leiser sein. „Man hört den Traffo bisher sehr deutlich. Das war schlichtweg nicht zu vermeiden. Immer wieder gab es deshalb auch Beschwerden von Anwohnern“, sagt Tünnesen. Jener Traffo, der nun ausgetauscht wird, stammte aus dem Jahr 1969, der Kostenpunkt für den Austausch: 870.000 Euro. Doch im Anschluss gehen die Arbeiten an der Emmericher Straße weiter. Bis 2023 sollen knapp vier Millionen Euro investiert werden, unter anderem für neue Verteilerkabel. Für die Sanierung der bestehenden Infrastruktur werden weitere zwei Millionen veranschlagt, für den Austausch von Kabeln knapp 560.000 Euro. „Für die Zukunft der Stromversorgung in Kleve gehen wir hier große Schritte“, sagt der Projekt-Chef.