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Kleve: Varianten für Joseph-Beuys-Gesamtschule

Schulausschuss in Kleve : Neubauten für die Beuys-Gesamtschule

Im Schulausschuss stellte das Aachener Büro Hausmann verschiedene Varianten für den Umbau der alten Realschule vor: Neues Entree und Abriss alter Gebäude. Stadt lobt sich selbst bei Stand der Schulbaumaßnahmen.

Sie gehört zu Kleves ewigen Baustellen, die einstige Realschule an der Hoffmannallee, die jetzt Joseph-Beuys-Gesamtschule ist. Die Beuys-Schüler sollen dort eine moderne Schule nach Maß bekommen: Schulbauexperte und Architekt Prof. Frank Hausmann stellte dem Schulausschuss eine Reihe von Varianten vor, wie man das Grundstück zwischen Hoffmannallee und Triftstraße, zwischen EOC und Agentur für Arbeit am besten bebaut und wie man die Funktionen in den vorhandenen Bauten umorganisiert, um den Ansprüchen an Schulbau und den Anforderungen der Beuys-Gesamtschule gerecht zu werden.

Der desolate Bau an der Hoffmann-
allee links neben dem historischen Altbau, Hausmann titelte ihn „Kopfbau“, soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Dieser soll hell und leicht über dem Eingang „schweben“, so dass man wie durch ein Tor darunter hindurch auf das Gelände kommt. Hausmann hatte dafür schöne Beispiele parat, wie das in ein ein paar Jahren aussehen könnte. Kosten: rund 6,6 Millionen Euro. Auch die Bauten hinten auf dem Gelände in Richtung Triftstraße werden wohl abgerissen werden müssen. Eine Variante sieht vor, alle drei Gebäudeteile zu entfernen und durch einen Neubau ersetzen, der fast quadratisch hinten auf dem Gelände stünde und einen schönen Schulhof begrenzen würde. Die Alternative wäre, das „Forum“ stehen zu lassen und einen neuen, langgestreckten Bau entlang der Grenze zum EOC zu errichten. Eine weitere Turnhalle auf dem Gelände unterzubringen, dürfte dagegen sehr schwierig sein, hieß es. Beide Varianten wären mit insgesamt rund 23 Millionen Euro etwa gleich teuer.

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Schulleiter Christoph Riedl bevorzugt im Grunde den Neubau, der mit schönen Lichthöfen die Modernität anzeigen würde, die die Schule künftig ausstrahlen möchte. Er würde aber auch Sympathie für den lang gestreckten Bau haben. Riedl erinnerte hier Politik und Verwaltung daran, dass die Schule eine weitere Turnhalle braucht. Er schlug vor, darüber nachzudenken, die alte Turnhalle in eine Doppelsporthalle umzubauen. Als Lösung für die Parkplätze sei ein kleines Parkdeck in der Diskussion. „Ich sehe die Planungen sehr positiv und hoffe, dass wir mit der Umsetzung zügig beginnen können“, sagte Riedl.

Doch diese Planungen sind erst einmal nur Planspiele: Denn wer die maßgeschneiderte Vorplanung Hausmanns letztlich umsetzt, wird erst eine EU-weite Ausschreibung zeigen. „Wir gehen dann mit diesem Vorentwurf in das Vergabeverfahren“, verkündete Kleves Technischer Beigeordneter Jürgen Rauer. Dazu brauche es einen Ratsbeschluss. Was dann irgendein Generalplaner aus dem Entwurf macht, wird man dann erst sehen können. Jörg Cosar (CDU) drängte, dass der nächste Rat im Oktober bereits entscheiden solle, damit man mit der Joseph-Beuys-Gesamtschule mit Blick auf die schlechten Erfahrungen bei europaweiten Ausschreibungen endlich vorankomme. Hedwig Meyer-Wilmens machte ihrem Ärger anders Luft: „Wenn ich europaweite Ausschreibung höre, bekomme ich Pickel“, sagte sie angesichts der Verzögerungen der vergangenen Jahre.

Man sei voll im grünen Bereich, lobte Bürgermeisterin Sonja Northing hingegen den Bericht zu den Schulbau-Maßnahmen der Stadt, in dem Thomas Mutz, Geschäftsführer des Gebäudemanagements der Stadt Kleve (GSK) diverse Baumaßnahmen auf „grün“ gesetzt hatte. Als von der Politik erneut die vielen Verzögerungen aufs Tapet gebracht und hinterfragt wurde, ob es eine Errungenschaft sei, die Vergabe der Planung für die Forstgarten-Schule in dem Jahr zu feiern, wo sie eigentlich fertig sein sollte, so Michael Bay (Grüne), appellierte Northing an die Ratsmitglieder, jetzt nach vorne zu schauen. Bay hatte bemängelt, dass seit der Vergabe nichts nennenswertes passiert sei. Rauer hatte zuvor angemerkt, man habe gute Treffen mit dem Generalplaner gehabt, er sei zuversichtlich, in vier Jahren mit der Baumaßnahme Forstgarten fertig zu sein.

Auch für das Konrad-Adenauer-Gymnasium (KAG) müsse man die europaweite Vergabe vorbereiten und das Grundstück nach Altlasten untersuchen. Cosar erinnerte Rauer daran, dass das KAG 2022/23 fertig werden solle. Für Rauer sei der Fertigstellungstermin immer noch gleich, unterstrich er: „Wir haben eine Pufferzone eingebaut.“