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Kleve: Uralter Baum in Kleve gefällt

Baumfällung in Kleve : Uralter Baum in Kleve gefällt

Der Forst sagt, dass der Baum wegen Pilzbefalls nicht mehr sicher gewesen sei.

Der Schock war groß: Noch vor wenigen Jahren engagierten sich die Nachbarschaften von Königs- und Lindenallee, Brabanter- und Bresserbergstraße für die uralte Buche, die damals gefällt werden sollte. Sie stand am Fuß des Klever Bergs, wo Brabanterstraße und Lindenallee in den Wald auslaufen und als Fußweg bis zum Aussichtsturm hinauf führen. Es wurden Transparente gespannt, dass ein so alter geschichtsträchtiger Baum nicht einfach wegen einer Sichtachse (wie es damals hieß) gefällt werden dürfe. Der Baum wurde damals letztlich gesichert, ein Baum, der vielleicht zu den ältesten Alleebäumen Kleves gehören könnte, wie Wiltrud Schnütgen, Grünen-Ratsmitglied und Stadtführerin, damals sagte. Nicht nur bei Schnütgen und ihrem Ratskollegen Michael Bay (Grüne) liefen die Drähte heiß, weil sich Anwohner empörten, als der alte Baum Freitag am Nachmittag Stück für Stück gefällt wurde. Denn jetzt ist die mächtige Buche, die Jahrhunderte und Kriege überdauert hatte, an deren Rinde man die Spuren der Geschichte ablesen konnte, selbst Geschichte.

Die Buche wurde vom Forst gefällt. Weil ein Pilz ihr Wurzelwerk befallen habe und die Standsicherheit nicht mehr gewährleistet sei, heißt es. Der dicke Stamm des gerade gewachsenen Baumes soll als fünf Meter hoher Torso stehen bleiben und so Insekten, Vögeln und damit vielleicht auch einem Specht eine Heimstatt sein, bevor dann in vier bis sechs Jahren auch das letzte Stück des Baumes sicherheitshalber gefällt wird.

Der Baum sei schon sei geraumer Zeit von einem Riesenporling befallen, schildert Förster Joachim Böhmer den Grund, der dazu führte, dass der Baum gefällt wurde. Der Befall habe ein Ausmaß angenommen, nach dem man die Standsicherheit des Baumes in Zweifel ziehen musste. Der Befall sei natürlich dokumentiert, sagt der Förster. „Der Pilz schadet dem Wurzelwerk, so dass der Baum nach einiger Zeit nicht mehr standsicher wäre. Man sieht das dem Baum in der Krone nicht an – doch wir finden immer wieder anscheinend starke, grüne Bäume, die umstürzen“, erklärt Böhmer.

Vor allem auch alte Buchen seien betroffen, was man beispielsweise im Tiergartenwald gut beobachten könne. Doch wenn ein solcher Baum im Bestand abseits der Wege stünde, könne man ihn einfach fallen lassen. Stehe ein Baum aber wie besagte Buche an der reich frequentierten Kreuzung zweier Fußwege mitten in der Stadt, in der Reichweite von Häusern und dem Straßenraum, müsse man eingreifen, so der Förster. „Sicherheit geht nun einmal vor – auch wenn wir bemüht sind, möglichst viele der alten Bäume zu erhalten“, sagt Böhmer