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Kleve: Umbau Ringsstraße wird verschoben

Vorerst keine Großbaustelle in Kleve : Umbau Ringstraße ist vertagt

Angesichts der angespannten Verkehrslage in der Kreisstadt wird der geplante Umbau der Ringstraße verschoben. Vor allem mit Blick auf den Ausbau des Oraniendeichs möchte die Stadt eine weitere Großbaustelle vermeiden.

Eigentlich sollten die Bauarbeiten 2017 beginnen: Die Ringstraße zwischen Markt Linde und Stein-Gymnasium sollte eine neue Decke bekommen, endlich vernünftige Fahrradwege und auch neue Straßeneinmündungen, die einer fahrradfreundlichen Stadt gut zu Gesicht stehen. Daraus wurde zunächst aber nichts, weil die Stadt auch gleich die alten Kanäle und Leitungen erneuern wollte. Jetzt wird der Ausbau der Straße erneut verschoben auf Ende 2020. Grund: Man möchte die überörtliche Klever Hauptschlagader für den Straßenverkehr nicht unterbrechen, wenn zeitgleich mit dem Oraniendeich eine andere Hauptverbindung gekappt wird.

„In den Zeitplanungen wurde natürlich auch die Situation der Sperrung des Oraniendeiches ab Mai 2019 berücksichtigt. Denn eine zeitgleiche Baumaßnahme, die ebenfalls zu Verkehrsstockungen führen kann, möchte die Verwaltung vermeiden. Daher wird der Beginn der Baumaßnahme an der Ringstraße voraussichtlich frühestens im Herbst 2020 möglich sein“, erklärte Jörg Boltersdorf, Sprecher der Stadt Kleve, auf Anfrage unserer Redaktion.

Die Kooperationsmaßnahme mit dem Landesbetrieb Straßen-NRW „Ausbau der Ringstraße mit Kanal- und Straßenbau“ befinde sich im Planungsprozess, sagt Boltersdorf. Aufgrund der im Straßenraum befindlichen zahlreichen Leitungen der Versorgungsträger sei vor einer Umsetzung eine sehr umfangreiche ingenieurmäßige Abstimmung erforderlich, so der Stadtsprecher weiter. Weiterhin sei die Planung zur Umgestaltung des Verkehrsraumes, gerade im Hinblick auf den Radverkehr, derzeit in Abstimmung. „Für die Abwicklung der Baumaßnahme und der damit verbundenen Umleitungen ist zusätzlich ein Verkehrsgutachten beauftragt worden“, sagt Boltersdorf.

Weil aber zeitgleich der Deichverband nach Ostern mit den vorbereitenden Arbeiten am Oraniendeich für dessen Sanierung begonnen hat und die Straße Ende Mai/Anfang Juni gesperrt wird, wäre das die zweite Straßen-Großbaustelle an einer wichtigen Verkehrsader. Ab Juni geht nämlich nichts mehr zwischen Rheinbrücke und Kreisverkehr Kleve-Griethausen.

Etwa zweieinhalb Jahre soll die Vollsperrung des Oraniendeichs dauern. Die dann eingerichtete Umleitung sieht vor, dass Autofahrer die Straße Postdeich zwischen Griethausen und Kellen nutzen. Bei der Sperrung der Ringstraße mit einer möglichen Umleitung über Römerstraße/Lindenallee wären zusätzliche erhebliche Verehrsbehinderungen vor allem in den Stoßzeiten zu erwarten, wenn die Straße heute schon zu steht.

Also zog der Fachbereich Tiefbereich unter Leitung von Bernhard Klockhaus die „Bremse“ und vertagte den Beginn der Bauarbeiten an der Ringstraße auf frühestens Ende 2020.