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Kleve: Tollitäten feiern Hand in Hand

Prinzenempfang der RP Kleve : Tollitäten feiern Hand in Hand

Zum Prinzenempfang der Rheinischen Post zogen die närrischen Abordnungen des Nordkreises ins Kolpinghaus ein. Ihr Credo: Karneval wird über Stadtgrenzen hinaus gefeiert. Feine Unterschiede gibt’s aber dennoch.

Die Karnevalssession 2020 ist eine besondere zwischen Kleve und Goch. So sehen es zumindest die Narren. Am Montagabend bewiesen sie beim 22. Prinzenempfang der Rheinischen Post eindrucksvoll, dass die Karnevalisten des Nordkreises an einem Strang ziehen. „Eine Freundschaft zwischen den Karnevalsvereinen wie in diesem Jahr hat es wohl noch nie gegeben. Vor drei Wochen haben wir uns in der Gocher Narrenburg getroffen und gemeinsam gefeiert. Dieses Band wird für immer halten“, sagte Gochs Karnevalsprinz Johannes V. Jeder, der im hiesigen Karnevals-Treiben Rang und Namen hat, fand sich im Kolpinghaus ein: Kleves Prinz Marc der Steuernde, die Kolping-Tollitäten aus Goch, Johannes Knops und Julia Giesen, Bedburg-Haus Tulpenprinzessin Lorè-Dana sowie Kranenburgs Prinz Marc der Musikalische mit Funkenmariechen Miriam.

Als Gastgeberin des Empfangs trat erstmals die als Indianerin verkleidete Julia Lörcks in Erscheinung. Sie hatte zum Jahreswechsel die Redaktionsleitung der Rheinischen Post in Kleve übernommen. „Ich bin jetzt der Häuptling der RP“, leitete sie ein. Durch den Abend führte wie gewohnt Lokalsportredakteur und Ex-Karnevalsprinz Helmut Vehreschild, mit Lörcks ehrte er verdiente Karnevalisten mit dem RP-Orden. Auf der Bühne des Kolpinghauses wurde es bunt: Die Källesse Quecksprengers entführten auf eine „Zeitreise“, auch das Männerballett „Froschkönige“ und die „Kolping-Funken“ rissen die Jecken mit. Fürs Musikalische sorgten das Tambourcorps Asperden und der Spielmannszug Materborn.

Der 22. Prinzenempfang der Rheinischen Post in Kleve

„Früher hat man immer nach den Unterschieden zwischen dem Karneval in den verschiedenen Städten gesucht. Da sagte man in Goch, die Klever könnten kein Karneval feiern und umgekehrt. In diesem Jahr ist das anders. Wir feiern alle anders, aber keiner besser oder schlechter“, sagte Johannes V. weiter. Die feinen Unterschiede lägen auf der Hand: Farblich grenze man sich klar ab, die Gocher trumpfen in Schwarz-Gelb auf, zum Klever Tross von Prinz Marc der Steuernde gehört das Rot und Weiß. Auch die Kultur der Tollitäten ist verschieden. In Kleve gibt`s bloß den Prinzen, in Bedburg-Hau ausschließlich eine Prinzessin, in Goch ein Prinzenpaar. Kranenburg setzt zudem auf ein Funkemariechen an der Seite des Prinzen. „Was uns in diesem Jahr besonders auszeichnet, ist die Tatsache, dass wir alle auf Augenhöhe mit den Menschen Karneval feiern – und das auch abseits der großen Bühne“, sagte Kleves Prinz Marc, der für den Höhepunkt des Abends sorgte: Die Klever Karnevalisten hatten in Pfalzdorf eine Fahne der Kolping-Jecken gefunden und diese zum Prinzenempfang mitgenommen. Zwar würden die Klever sie zurückgeben, jedoch nur im Austausch mit Obergärigem in Hektoliter-Dimensionen, erklärte der Steuernde. Der Preis der Auslösung nach minutenlanger Verhandlung: zwei Fässer Bier wechselten für die Fahne den Besitzer.