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Kleve: Telefonaktion zum Volksleiden Reflux am Montag

Chefarzt gibt Auskunft : Telefonaktion am Montag zum Volksleiden Reflux

Sodbrennen betrifft 44 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal im Monat, mache sogar täglich. Chefarzt Frank Müller beantwortet ihre Fragen dazu am Telefon.

(lukra) Reflux ist ein Volksleiden. Die Therapie beginnt medikamentös, doch auch eine Operation kann dauerhaft Besserung bewirken. Vielen sind die Beschwerden besser bekannt unter dem Namen Sodbrennen. Und das ist weit verbreitet, sagt Frank Müller, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Visceral- und Thoraxchirurgie des Katholischen Karl-Leisner-Klinikums: „Es handelt sich um eine Volkskrankheit.“ Die Statistik sagt, dass rund 44 Prozent der Menschen zumindest einmal im Monat diese Beschwerden haben – bis zu sieben Prozent sogar täglich.

Wenn immer wieder Magensäure in die Speiseröhre zurückfließt, denn nichts anderes ist Reflux, beeinträchtigt dies die Lebensqualität. Und bewirkt einen beträchtlichen Leidensdruck. Mit längerer Krankheitsdauer drohen den Betroffenen zudem Schäden an der Speiseröhre, von krankhaften Veränderungen der Schleimhaut bis hin zum Krebs. Hinzu kommt eine Vielzahl von sogenannten sekundären Symptomen, zu denen unter anderem Husten, Asthma, Heiserkeit und sogar Zahnprobleme gehören können.

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„Deshalb ist es wichtig, dass Betroffene ihre Symptome frühzeitig abklären lassen“, so Müller. Doch was löst den Reflux überhaupt aus? Häufig ist es so, dass im Magen einfach zu viel Magensäure produziert wird. Übergewicht und eine fettreiche Ernährung wirken begünstigend. Möglich sind auch Probleme mit dem Schließmuskel der Speiseröhre. Und schließlich kann auch eine Hernie (also ein Bruch des Zwerchfells) vorliegen, der dazu führt, dass ein Teil des Magens gewissermaßen nach oben rutscht. Normalerweise ragt die Speiseröhre drei Zentimeter in den Bauchraum, und daran schließt sich in einem stumpfen Winkel der Magen an. Nur so funktioniert das System perfekt.

Wenn feststeht, dass das System aus dem Gleichgewicht geraten ist und die medikamentöse Therapie nicht mehr oder nur noch ungenügend hilft, ist die Expertise des Chirurgen gefragt. Rund 60 dieser Reflux-Operationen führt Müller pro Jahr in Goch durch. Am Montag, 21. Juni, beantwortet der Chefarzt aber erst einmal ab 16 Uhr und für eine Stunde telefonisch die Fragen von Lesern der Rheinischen Post zu dem Thema.