1. NRW
  2. Städte
  3. Kleve

Kleve: Susanne Wingels aus Bedburg-Hau schreibt Buch über dunkle Geschichten vom Niederrhein

Mit dunklen Geschichten aus der Region : Autorin lehrt den Niederrhein das Fürchten

Schöne und schaurige Geschichten zugleich erzählt Susanne Wingels in ihrem neuen Buch. Auf rund 80 Seiten geht es um Sagen und Legenden – und auch um wahre Begebenheiten aus jüngerer Vergangenheit.

Bisher verbinden die meisten den Namen Susanne Wingels mit Freizeitführern für die Region: „Niederrhein mit Kindern“ etwa heißt ihr erstes Werk, mit dem die Autorin auch auf die Ausflugsziele aufmerksam machen will, die nicht jeder kennt. In ihrem neuen Buch „Dunkle Geschichten vom Niederrhein“ will sie auch das erzählen, was noch nicht in aller Munde ist: Geschichten, die zum Teil auf wahren Begebenheiten beruhen und einen unmittelbaren Bezug zur Region haben. Geschichten, die schaurig und schön zugleich sind. Gut ein halbes Jahr hat die Frau, die gebürtig aus Kalkar stammt, an ihrem jetzt vierten Werk gearbeitet. Insgesamt 21 kurze Geschichten sind – aufgeteilt auf rund 80 Seiten – zusammengekommen. „Mythen sind dabei, Sagen, Legenden, Überlieferungen – einiges auch aus der jüngeren Vergangenheit“, sagt die 48-Jährige, die sich nach drei Freizeitführern freut, auch mal Geschichten erzählen zu können. „Denn das habe ich als Kind schon gerne gemacht.“

Es war die Anfrage des hessischen Wartberg-Verlags, die für Susanne Wingels im November vergangenen Jahres den Anstoß zur Recherche gegeben hatte. „Mit dem Schreiben habe ich im Dezember angefangen, die letzte Geschichte habe ich im Juni dieses Jahres geschrieben“, berichtet die zweifache Mutter, die im Bedburg-Hauer Ortsteil Hasselt zuhause ist. Die gelernte Industriekauffrau und Übersetzerin studierte historische Zeitungsberichte, sprach mit Stadtführern und Niederrhein-Kennern, besuchte selbst einige schaurig-schöne Orte und erfand fiktive Charaktere. Für Wingels eine große Hilfe: die drei Freizeitführer, in der sie bereits jede Menge Spannendes vom Niederrhein gebündelt hatte. „Außerdem hatte ich nach einer Knieverletzung genügend Zeit zum Schreiben“, sagt Susanne Wingels, die 2013 unter die Autoren gegangen ist und das Texten zu ihren großen Leidenschaften zählt.

Konkret widmet die Autorin in ihrem Buch, das sie jetzt in der Klever Buchhandlung Hintzen vorgestellt hat, ein Kapitel dem Burgtheater: „eine Hommage“, wie Wingels sagt. Über Räuber, Schmuggler und die „Hexe von Moyland“ schlägt sie einen Bogen bis hin zur Anti-Atomkraftbewegung Mitte der 1970er Jahre, die Kalkar einst in einen Ausnahmezustand versetzte. Susanne Wingels beschreibt die Begebenheiten von damals ebenso wie Ausflüge, die sie an den Rand des Niederrheins führten. Ein Beispiel: In „Dunkle Geschichten vom Niederrhein“ beschreibt sie, wie der Ort Borschemich (Erkelenz) langsam vom herannahenden Braunkohlentagebau verschlungen wird. Und: Wie sie persönlich eines Abends auf einer Halde an der Grenze zu Duisburg steht, als plötzlich das Licht ausgeht. „Dunkle Geschichten sind es immer, wobei nicht alles bei Nacht spielt. Es ist auch nicht alles schaurig. Manche Geschichten sind eben einfach schön – und immer Teil des Niederrheins.“

Viel Unterstützung habe die leidenschaftliche Autorin etwa vom Niederrhein-Museum in Wesel erfahren. Die 48-Jährige ist sicher: „Eigentlich könnte mein Buch dreimal so dick sein.“ Bei der Auswahl der Geschichten wollte sie sich auf die beschränken, die eben noch nicht jeder kennt – Geschichten, die durchaus einen Überraschungseffekt haben können. So hat es auch ein bisschen etwas von einem Freizeitführer, zumal einige Orte heute noch besucht werden können. „Ich habe noch etwas über den Niederrhein lernen können bei der Recherche“, sagt die Autorin, in deren Schreibtischschublade noch einige Texte schlummern: „Ich könnte mir gut vorstellen, weitere Geschichten zu schreiben.“ Susanne Wingels denkt etwa über einen Reiterhof-Roman für Jugendliche nach.

Info Susanne Wingels Buch „Dunkle Geschichten vom Niederrhein“ gibt es zu je zwölf Euro im Buchhandel.