Kleve: Streit um Lehrschwimmbecken Marienschule

Lehrschwimmbecken in Marienschule : „Kinder müssen schwimmen können“

Die Verwaltung der Stadt Kleve möchte das Lehrschwimmbecken an der Marienschule in Materborn schließen. SPD-Fraktionschefin Petra Tekath fordert vehement den Erhalt des Schwimmbades für Grundschüler.

Generationen von kleinen Jungen und Mädchen haben hier die ersten Schwimmzüge gemacht. Haben gelernt, sich über Wasser zu halten, nicht wenige haben hier ihr Seepferdchen gemacht. Hier, im Lehrschwimmbecken an der Marienschule in Materborn. Das war Anlaufort für Grundschulkinder und Kurse für Kleinkinder, Schwimmen zu lernen. Doch die Verwaltung hat hinter das Schwimmbad an der Materborner Grundschule ein Fragezeichen gesetzt – „kann weg“, bedeutet das. Kann weg, wenn das neue Sternbuschbad fertig ist.

„Das kann nicht sein“, sagt Petra Tekath, Fraktionschefin der Klever Sozialdemokraten im Rat der Stadt Kleve. Schon 2017 hatte Tekath gemahnt, das Bad zu erhalten. Damals gab es nach kurzer Diskussion ein von den mahnenden Worten Tekaths angestoßenes Agreement im Rat, wenigsten zu prüfen, ob das Becken nicht doch noch gebraucht und vor allem genutzt wird, wenn das neue Schwimmbad im Sternbusch fertig ist. Jetzt hat das Kombibad draußen vor der Stadt den Betrieb aufgenommen und alle sind begeistert. Zu Recht, es ist ein schönes Bad geworden. Wie das alte Hallenbad hat allerdings auch das neue nur ein Lehrschwimmbecken für die Kleinen.

„Wir haben aber schon zu Zeiten des Stadtbades beide Becken genutzt – das im Hallenbad und das in der Schule“, sagt Tekath. Sie ärgert sich, dass hier ein funktionierendes Schwimmbecken infrage gestellt wird, für das im Haushalt nicht einmal größere Mittel eingestellt werden mussten. „Ich habe kürzlich nachgefragt – da besteht kein akuter Sanierungsbedarf“, sagt sie.

Doch Tekath mahnt nicht nur im Rückblick oder aus Nostalgie, das Bad zu halten, wo auch ihre Tochter das Schwimmen gelernt hat. „Wir haben im Schulausschuss gesehen, dass deutlich mehr KInder auf unsere Schulen kommen, als zunächst angenommen“, sagt sie. Im Schnitt seien das 150 im Jahr. „Und wir wollen doch, dass alle diese Kinder zumindest schwimmen können, besser noch immerhin ein ,Seepferdchen’ gemacht haben, wenn sie die Grundschule verlassen haben“, sagt Tekath mit Blick auf die Mahnungen von Feuerwehr,. Polizei und DLRG, dass es erschreckend viele Jugendliche und Kinder gibt, die eben nicht schwimmen können.

Bis jetzt seien in den Grundschulen zwei Halbjahre für Schwimmunterricht vorgesehen gewesen, argumentiert Tekath. „Das ist schon wenig - besser wären vier Halbjahre“, sinniert die Fraktionschefin, die auch Vorsitzende des Schulausschusses ist. Sie zeigt auf, dass für die Grundschüler, die jetzt mit dem Bus zum Sternbuschbad fahren müssen, nach dem Umziehen vielleicht noch 20 bis 30 Minuten reine Beckenzeit bleiben. „Das ist eigentlich zu wenig“, sagt sie.

Tekath weiß auch, dass Hallenzeiten immer ein Problem waren. „Kinder müssen schwimmen können, wenn sie aus der Grundschule kommen, mindestens Seepferdchen haben. Das sollte unsere Prämisse sein“, sagt die Sozialdemokratin. Schließlich könne sich die Stadt Kleve durchaus dieses zweite Becken leisten. „Das Geld ist vorhanden – wir müssen es nur einsetzen. Wir wollen ja nicht, dass Kinder ertrinken“, sagt sie. Es könne nicht sein, dass später auf weiterführenden Schulen Kinder auf der Bank sitzen müssen, weil sie in der Grundschulzeit nicht schwimmen lernen konnten. „Das werden wir weiter verfolgen“, verspricht Tekath mit Blick auf Grundschüler, Eltern und Lehrer, dran zu bleiben. Sie könne sich zudem durchaus vorstellen, dass auch die Nachbarkommunen an Hallenzeiten für Grundschüler in Kleve interessiert sein dürften: „Dort gibt es gar kein Bad“, sagt sie.

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