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Kleve: Staatsanwalt fordert 13 Jahre Haft für versuchten Mord

Prozess gegen Issumerin : Mordversuch mit Jeep: Staatsanwalt fordert 13 Jahre Haft

Im Prozess gegen die 49-jährige Issumerin, der versuchter Mord an ihrer Nachbarin vorgeworfen wird, wurden am Donnerstag die Plädoyers gehalten.

Für Staatsanwalt Nico Kalb steht die Schuld der Angeklagten fest. Er beantragte eine Haftstrafe von 13 Jahren. Verteidiger Dr. Ingo Risch hingegen plädierte auf Freispruch. Es sei im Prozess nicht bewiesen worden, dass die Angeklagte tatsächlich den Jeep gefahren habe, der die 60-Jährige überrollt hatte, und dass sie es war, der dem Opfer eine 14 Zentimeter lange Schnittwunde quer durch den Hals zugefügt hatte.

Laut Staatsanwaltschaft war die 60-Jährige am 14. April gegen 12.40 Uhr mit ihrem Fahrrad auf dem Talweg, einem unbefestigten Waldweg nahe der Bönninghardt, unterwegs, als die Angeklagte mit ihrem Jeep von hinten ihr Opfer rammte, in der Absicht, dieses zu töten. Das Opfer fiel auf die Motorhaube, stürzte zu Boden. Dann hielt die Angeklagte an und fuhr rückwärts über ihre schwer verletzte, am Boden liegende Nachbarin.

Anschließend beugte sich die Frau über ihr Opfer und schnitt ihm mit einem Messer in den Hals. Mit letzter Kraft gelang es der 60-Jährigen, mit ihrem Handy einen Notruf abzusetzen. Ärzte retteten ihr dann mit einer Not-OP das Leben.

Bei dem emotionalen Prozess am Landgericht Kleve wurden neben dem Opfer auch Familienangehörige befragt. So musste beispielsweise die Schwägerin mehrmals weinend ihre Aussage unterbrechen, so sehr stand sie offenbar immer noch unter dem Eindruck des Geschehens, das sich im April dieses Jahres in dem Waldstück abgespielt hatte.

(rp)